Mumbai/Kathmandu - Der Rapper und frühere Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, Balendra „Balen“ Shah, wird voraussichtlich der neue Ministerpräsident Nepals. Nach dem deutlichen Sieg der Partei RSP, der er sich kurz vor der Wahl anschloss, zeichnet sich ein Generationswechsel in der Politik des Himalaya-Staates ab.
Nach Auszählung aller Stimmen hat die Rastriya Swatantra Party (RSP) 125 der 165 direkt gewählten Sitze im Parlament gewonnen und damit eine Zweidrittelmehrheit erreicht. Die älteste Partei des Landes, der Nepali Congress kam auf 18 Mandate. Die CPN-UML erhielt neun und die Kommunistische Partei Nepals acht Sitze.
Viele junge und weibliche Parlamentarier
Bereits am Samstag feierten Shah und seine Anhänger den Erfolg des 35-jährigen Rappers in seinem Wahlkreis Jhapa-5. Der Politiker hatte dort den früheren Premierminister Khadga Prasad Sharma Oli (CPN-UML) deutlich geschlagen. Oli war im vergangenen Herbst nach landesweiten, durch die Jugend angeführten Protesten zurückgetreten. Sicherheitskräfte waren brutal gegen die Demonstrierenden vorgegangen, 77 Menschen wurden getötet.
Shah war zuvor knapp vier Jahre lang parteiunabhängiger Bürgermeister von Kathmandu. Viele Kandidaten der 2022 gegründeten RSP gehören jüngeren Generationen an, darunter auch mehrere Frauen wie die Aktivistin Ranju Darsana (30). Die RSP trat im Wahlkampf mit Versprechen für Reformen und den Kampf gegen Korruption an.
Auch RSP-Gründer Rabi Lamichhane (51) sowie der Aktivist Sudan Gurung (38), der nach den Protesten 2025 eine zentrale Rolle spielte, werden ins Parlament einziehen. Beobachter sehen im Wahlausgang den Wunsch vieler Wählerinnen und Wähler nach politischer Erneuerung. Das Parlament des Landes war lange von älteren Politikern geprägt, obwohl das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei etwa 26 Jahren liegt.