Stichwahl in Peru zeichnet sich ab

Die Wahl in Peru war von teils chaotischen Zuständen überschattet und geht in die Verlängerung. Einen klaren Sieger gibt es nach der bisherigen Auszählung nicht.

Berlin/Lima - Bei der Präsidentschaftswahl in Peru zeichnet sich eine Stichwahl ab. Nach der Auszählung von etwa der Hälfte der Stimmen lag die rechtsgerichtete Keiko Fujimori am Montagvormittag mit rund 17 Prozent vorn. Knapp hinter der Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär herrschenden Präsidenten Alberto Fujimori folgte der ebenfalls rechte ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt Lima, Rafael López Aliaga. Auf dem dritten Platz lag der Mitte-Links-Politiker Jorge Nieto.

Der Urnengang am Sonntag war teils von chaotischen Zuständen überschattet. Laut der Tageszeitung „El Comercio“ konnten mehrere Wahllokale aufgrund fehlender Stimmzettel gar nicht oder erst mit großer Verspätung öffnen. Die Wahlbehörde entschied aufgrund der Verzögerungen, mindestens 211 Urnen bis Montag zu öffnen. 52.000 Menschen hätten ihr Wahlrecht bislang nicht ausüben können, hieß es.

Tiefgreifende politische Krise

Insgesamt waren bei der Präsidentschaftswahl 36 Kandidatinnen und Kandidaten angetreten. Eine Stichwahl ist für den 7. Juni geplant. Die Ergebnisse zu den parallel abgehaltenen Parlamentswahlen lagen zunächst nicht vor.

Peru steckt seit mehreren Jahren in einer tiefgreifenden politischen Krise. Unter anderem aufgrund wiederholter Korruptionsskandale hatte das Land innerhalb der vergangenen zehn Jahre acht Staatsoberhäupter. Zugleich nahm die Gewalt krimineller Banden zu. Sowohl López Aliaga als auch Fujimori haben während der Wahlkampagne versprochen, mit harter Hand gegen Kriminalität vorzugehen. Die Parteien beider Kandidaten sind zudem in aktuelle Korruptionsskandale verwickelt.

Auszählung (spanisch): https://s.epd.de/3sx7

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