Dakar - Nach dem Bruch zwischen Präsident Diomaye Faye und dem früheren Ministerpräsidenten Ousmane Sonko hat der Senegal eine neue Regierung. Allerdings ist darin die Regierungspartei Pastef nicht vertreten. Das Kabinett bestehe aus 30 Ministerinnen und Ministern, sagte Faye am Montagabend in einer live übertragenen Fernsehansprache.
Die Neubildung folgt auf Sonkos Entlassung als Ministerpräsident am 22. Mai. Damit wurde der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen dem Staatspräsidenten und dem Vorsitzenden der Pastef-Partei öffentlich. Sonko erklärte auf der Plattform X, es habe "Meinungsverschiedenheiten" über die künftige Rolle der Partei gegeben. Pastef werde deshalb keine Ministerinnen und Minister mehr stellen. Und das, obwohl Präsident Faye weiter der Partei angehört. Neben Sonko haben sich auch andere hochrangige Parteimitglieder von Faye distanziert.
Sonko weiter einflussreich
Sonko hatte 2024 maßgeblich zum Wahlsieg von Faye beigetragen. Der damalige Oppositionsführer des westafrikanischen Landes war wegen einer umstrittenen Verurteilung von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden. Faye, ein langjähriger Vertrauter Sonkos, trat an seiner Stelle als Kandidat an. Nach Fayes Wahlsieg wurde Sonko zum Ministerpräsidenten ernannt.
Inzwischen sind die beiden Politiker jedoch über zentrale politische Fragen aneinandergeraten. Unter anderem gibt es Differenzen über die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Regierung und die Nachfolge bei der Präsidentschaftswahl 2029. Sonko ist jedoch weiterhin eine politisch einflussreiche Persönlichkeit in der politischen Szene Senegals. Kurz nach seiner Entlassung als Regierungschef wurde er zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt. Dort verfügt Pastef über eine deutliche Mehrheit mit 130 der 165 Sitze.