Dakar/Lagos - Nigeria hat mit der Evakuierung von Nigerianerinnen und Nigerianern aus Südafrika begonnen. Ein erstes Flugzeug landete am Donnerstag in der nigerianischen Metropole Lagos, wie die Zeitung „Vanguard“ berichtete. Der Flug ist Teil eines koordinierten Evakuierungsprogramms der nigerianischen Regierung. Hintergrund sind ausländerfeindliche Ausschreitungen in Südafrika, die sich vor allem gegen Arbeitsmigranten aus anderen afrikanischen Ländern richten. Auch Ghana, Malawi und Simbabwe haben bereits Staatsangehörige ausgeflogen.
Laut dem britischen Sender BBC befanden sich an Bord des nigerianischen Fliegers 268 Rückkehrerinnen und Rückkehrer. Insgesamt sollen sich 1.000 Menschen für das nigerianische Rückführungsprogramm registriert haben.
Ausländerfeindliche Bewegung fordert von Regierung Plan bis Ende Juni
Seit April organisiert die südafrikanische Bürgerbewegung „March and March“ Demonstrationen gegen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung in Großstädten wie Pretoria, Johannesburg und Durban. Mehrere Menschen wurden dabei getötet und auch Einwanderer mit Aufenthaltsgenehmigung angegriffen. Die Gruppe fordert von der Regierung bis zum 30. Juni einen Plan für den Umgang mit Migrantinnen und Migranten ohne Papiere.
Die Frist hat unter Migrantinnen und Migranten Angst vor einer möglichen Eskalation geschürt. So haben laut südafrikanischen Medien in den vergangenen Tagen Tausende Malawierinnen und Malawier in der Millionenstadt Durban aus Angst vor Verfolgung ihre Häuser verlassen und sich mit wenigen Habseligkeiten in einem Park in einem Vorort zusammengefunden. Den Berichten von „Newzroom Africa“ und dem südafrikanischen Rundfunk SABC zufolge wollen sie in ihre Heimat zurückgeflogen werden.
In den vergangenen Jahren hat es in Südafrika immer wieder Wellen der Gewalt gegen im Land lebende afrikanische und asiatische Ausländer gegeben. Dabei werden Migrantinnen und Migranten für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht, darunter eine Arbeitslosenquote von 43 Prozent und eine hohe Kriminalitätsrate.