Sudan-Krieg: UN wegen Eskalationsgefahr im Süden alarmiert

Die Stadt Al-Obeid in der sudanesischen Region Nord-Kordofan wird seit mehr als eineinhalb Jahren von der paramilitärischen RSF-Miliz belagert. Nun warnen Experten, beim Fall der Stadt könnte die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eskalieren.

Nairobi/Khartum - UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer blutigen Eskalation im Kampf um die sudanesische Großstadt Al-Obeid gewarnt. Viel zu oft seien im Sudan-Krieg deutliche Warnungen nicht so wahrgenommen worden, dass sie zu konzertierten Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft geführt hätten, schrieb Guterres am Donnerstagabend auf der Plattform „X“. "Ich appelliere an alle, die Einfluss haben, diesen geltend zu machen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.”

Die Stadt Al-Obeid im Süden des Sudan mit ihren mehr 500.000 Bewohnern wird seit rund anderthalb Jahren von der paramilitärischen Miliz RSF belagert, die sich seit 2023 im Krieg mit der sudanesischen Armee befindet. Experten zufolge steht nun der Fall der Stadt bevor. Laut den Vereinten Nationen haben Drohnenangriffe auf die Stadt zugenommen, die Zeitung „Sudan Tribune“ berichtete von Videos, die die Aufrüstung der RSF zeigten.

Keine Wiederholung von Fall von Al-Fashir

Die Welt dürfe nicht zulassen, dass sich die Gräueltaten von Al-Faschir in Al-Obeid wiederholen, forderte Guterres. Im Oktober 2025 hatten die RSF die Regionalhauptstadt Al-Faschir nach monatelanger Belagerung eingenommen und dabei tausende Zivilistinnen und Zivilisten getötet. Die UN sprechen von Anzeichen eines Genozids.

Am Donnerstag hatten 29 Länder im UN-Menschenrechtsrat vor der Gefahr von Gräueltaten gegen die Bewohner von Al-Obeid gewarnt. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte: „Ich fordere die Staaten mit Einfluss auf, jetzt zu handeln und diesen Wahnsinn zu stoppen.“

Der Krieg im Sudan hat zu einer der größten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen und hat nicht genug zu essen. Der Zugang für humanitäre Hilfe ist besonders in den umkämpften Gebieten extrem eingeschränkt.

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