Genf - Eine UN-Untersuchungskommission hat Israel erneut des Völkermordes an den Palästinensern beschuldigt. Israel begehe weiterhin einen Genozid und andere Gräueltaten im Gaza-Streifen, indem es gezielt palästinensische Kinder angreife, teilte die UN-Kommission am Dienstag in Genf mit. Israel weist Genozid-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Krieg im Gaza-Streifen regelmäßig zurück.
Die Kommission erklärte, dass die Bekämpfung von Kindern eines der Schlüsselelemente sei, die den Völkermordvorsatz der israelischen Behörden und Sicherheitskräfte belegten. Sie warf Israel vor, die palästinensische Gemeinschaft in Gaza ganz oder teilweise zu vernichten.
Srinivasan Muralidhar, Vorsitzender der Kommission, sagte: „Auch nach der Waffenruhe vom Oktober 2025 werden weiterhin Kinder getötet und schwer verletzt.“
Folter und Misshandlung
Die Kommission, die 2021 vom UN-Menschenrechtsrat gegründet wurde, warf Israel auch Folter und Misshandlung von palästinensischen Kindern in Gefängnissen vor. Israelische Sicherheitskräfte hätten zudem sexuelle Gewalt gegen Kinder als Teil einer kollektiven Demütigung und Unterdrückung eingesetzt. Angriffe auf Neugeborenen- und Entbindungsstationen im Gaza-Streifen hätten das Überleben von Babys und die Zukunft der Palästinenser beeinträchtigt.
Die Terrorgruppe Hamas hatte 2023 aus dem Gaza-Streifen heraus Israel überfallen. Israel reagierte mit einer massiven Militärkampagne im Gaza-Streifen. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Die Kommission und andere UN-Funktionäre warfen Israel bereits in der Vergangenheit vor, einen Völkermord an den Palästinensern zu verüben.