Frankfurt a.M., Yangon. Angesichts von internationaler Sorge um die Gesundheit von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat die Militärregierung von Myanmar Bilder vom Besuch eines Rotkreuz-Vertreters bei der inhaftierten früheren Regierungschefin veröffentlicht. Auf den Fotos der Begegnung vom Sonntag, die die Zeitung „The Global New Light of Myanmar“ am Montag verbreitete, scheint die im Hausarrest gefangen gehaltene 81-Jährige nicht in geschwächtem Zustand.
Der Besuch von Rotkreuz-Vertreter Arnaud de Baecque sei im Rahmen üblicher Visiten bei Personen, denen die Freiheit verwehrt sei, erfolgt, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz am Montag. Dabei sei auch ein privates Gespräch mit Aung San Suu Kyi möglich gewesen. Wie üblich würden Beobachtungen und Empfehlungen nur mit den Behörden geteilt, die die Gefangenschaft verantworten.
Bei Militärputsch abgesetzt
Die Sorge um die Politikerin war in diesem Jahr nach langer Zeit ohne ein Lebenszeichen gestiegen. Das staatliche Fernsehen hatte dann zuletzt Anfang Mai ein Foto veröffentlicht. „The Global New Light of Myanmar“ verbreitete am Montag auch ein Bild, auf dem Suu Kyi eine Geburtstagstorte mit dem Datum 19. Juni anschneidet.
Die Friedensnobelpreisträgerin war mit ihrer demokratisch gewählten Regierung nach einem Militärputsch im Februar 2021 abgesetzt und festgenommen worden. In mehreren Verfahren wurde sie zu insgesamt 33 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde später auf 27 Jahre Haft reduziert.
Lange Jahre Einsatz für Freiheit
Suu Kyi hat sich seit den 1980er Jahren für die Freiheit ihrer Heimat und gegen die damalige Militärregierung eingesetzt und erhielt dafür 1991 den Friedensnobelpreis. Sie war mehrfach in Haft und viele Jahre unter Hausarrest. Bei den ersten freien Wahlen nach 25 Jahren errang die von ihr gegründete Nationale Liga für Demokratie NDL Ende 2015 einen Erdrutschsieg und regierte nach einem erneuten Wahlsieg 2020 bis zum Putsch 2021.