Über 6.000 Tote nach Erdbeben in Venezuela

Mehr als ein Monat nach dem verheerenden Doppelerdbeben steigt die Zahl der Opfer weiter. Die Regierung bemüht sich derweil darum zu zeigen, dass der Wiederaufbau anläuft.

Berlin/Caracas -In Venezuela hat die Regierung die Zahl der Todesopfer durch das Erdbeben Ende Juni nach oben korrigiert. Mittlerweile seien 6.125 Tote registriert worden, erklärte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Montag (Ortszeit). Angaben über die Zahl der weiter vermissten Menschen machten die Behörden nicht. Laut der unabhängigen Plattform „Desaparecidos Terremoto Venezuela“ fehlt von knapp 30.000 Menschen jede Spur.

Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez übergab knapp 90 Wohnungen an Opfer des Erdbebens in der Hauptstadt Caracas. Insgesamt 4.000 Wohnungen sollen bis Ende des Jahres übergeben werden, sagte sie nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur AVN. Bislang wurden nach Regierungsangaben knapp 290 Wohneinheiten für Opfer bereitgestellt.

Mangelhafte Erdbebensicherheit

Anwohner in einer Erdbebenregion kritisierten laut der der oppositionellen Zeitung „El Pitazo“, die Regierung versuche mit der schnellen Räumung von Trümmern, Mängel in den eingestürzten Bauten zu verheimlichen. Nach unabhängigen Medienberichten waren zahlreiche Gebäude nicht ausreichend erdbebensicher. Die Regierung beziffert den geräumten Schutt mit über 340.000 Tonnen, rund 16,5 Prozent der veranschlagten Menge.

Am 24. Juni wurde Venezuela von zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Bereits davor herrschte in dem südamerikanischen Land eine massive humanitäre Krise. Die Regierung hat nach dem Erdbeben neue Gespräche mit der Opposition angekündigt. Wegen der autoritären Führung des Landes und seinem offiziell sozialistischen Kurs, war das Land lange Zeit international isoliert.

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