Kolumbien ruft nach Erdbeben den Notstand aus

Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 sind in Kolumbien laut ersten Zählungen mehr als 110 Menschen getötet worden. Präsident de la Espriella hat schnelle Hilfe versprochen.

Berlin/Bogotá - In Kolumbien hat die Regierung nach einem Erdbeben den nationalen Notstand ausgerufen. „Ich werde an der Spitze dieser nationalen Notlage stehen und unermüdlich durch das Land reisen, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Präsident Abelardo de la Espriella am Montagnachmittag (Ortszeit) auf der Internet-Plattform X.

Am Montagmorgen hatte sich das Erdbeben der Stärke 7,4 in der Gemeinde San José Del Palmaretwa 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogotá ereignet. Laut ersten Zählungen der Regierung sind mehr 110 Personen ums Leben gekommen, und über 1.500 Häuser sind zunächst unbewohnbar.

Militär soll nach Überlebenden suchen

Als Sofortmaßnahme habe die Regierung das Militär entsandt, das unter den Trümmern nach Überlebenden suchen soll, berichtet die Zeitung „El Espectador“. Das Erdbeben trifft die ärmste Regionen des Landes. Im Departement Chocó fehlt es an öffentlicher Infrastruktur, knapp 70 Prozent der Bevölkerung gelten laut offiziellen Angaben als arm, da sie weniger als 120 Euro pro Person im Monat zur Verfügung haben. Große Teile der Region werden zudem von bewaffneten Gruppen kontrolliert.

Die Gegend ist für regelmäßig auftretende Erdbeben bekannt. 1999 verwüstete ein Beben der Stärke 6,9 die Stadt Armenia. Damals starben mehr als 1.000 Menschen.

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