Genf - Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hat schwere Vorwürfe gegen das Militärregime in Myanmar erhoben. Die Junta töte mit Luftschlägen vermehrt und absichtlich Zivilisten, berichtete der „Unabhängige Untersuchungsmechanismus für Myanmar“ am Dienstag in Genf.
Die Streitkräfte zielten auf Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser, religiöse Gebäude und Lager für Binnenflüchtlinge, hielt die Kommission in ihrem Jahresbericht fest. Dabei setzten die Einheiten der Junta vermehrt Drohnen und andere Flugkörper ein. Zivilisten hätten zunehmend Probleme, die tödliche Gefahr aus der Luft zu erkennen und sich in Sicherheit zu bringen.
Die Kommission hat nach eigenen Angaben zudem umfangreiche Beweise für willkürliche Inhaftierungen, Folter und sexuelle Gewalt in Haftanstalten des Militärs gesammelt. Oppositionelle müssten für Handlungen wie das Veröffentlichen kritischer Kommentare mit Freiheitsstrafen von bis zu zwanzig Jahren oder der Todesstrafe rechnen.
Mutmaßliche Gräueltaten von Widerstandsgruppen
Die große Mehrzahl der dokumentierten Verbrechen seien von den Sicherheitskräften und ihnen nahestehenden Milizen begangen worden. Doch untersucht die Kommission auch mutmaßliche Gräueltaten bewaffneter Gruppen, die sich dem Militär widersetzen.
Der Jahresbericht des Mechanismus deckt den Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 ab. Eingesetzt wurde der Mechanismus 2018 vom UN-Menschenrechtsrat. Das Militär in Myanmar putschte sich 2021 zurück an die Macht und schlägt seitdem die Opposition und Verdächtige brutal nieder.