Nairobi/Lusaka - Im südafrikanischen Sambia haben die Menschen am Donnerstag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Der amtierende Präsident Hakainde Hichilema (64) trat zu Wiederwahl an. Die Zeitung „Lusaka Daily“ berichtete von einer hohen Beteiligung und einem friedlichen Verlauf. Noch am Nachmittag gab es lange Schlangen vor einigen Wahlbüros.
Insgesamt 13 Kandidaten traten gegen Hichilema an, der seit 2021 regiert. Knapp neun Millionen Menschen waren für den Urnengang registriert, bei dem auch ein neues Parlament gewählt wurde.
Kupfer ist wichtiges Exportgut
Mehrere Oppositionsparteien hatten sich für den Anwalt und Parlamentsabgeordneten Brian Mundubile (55) ausgesprochen. Er war bereits Minister in der Regierung, die Hichilema vorausging. Für einen Wahlsieg sind mindestens 50 Prozent der Stimmen nötig, sonst gibt es eine Stichwahl. Die Ergebnisse werden für Montag erwartet.
Das Land mit rund 22 Millionen Einwohnern ist von der Landwirtschaft und dem Rohstoffabbau geprägt. Kupfer ist eines der wichtigsten Exportgüter. Während seiner Amtszeit hat Hichilema das Land aus einer tiefen Schuldenkrise herausgeführt und wirtschaftlich stabilisiert. Doch die Lebenshaltungskosten sind hoch und für viele Wählerinnen und Wähler eines der wichtigsten Themen.
Kritik an der Polizei
Der Oppositionspolitiker Mundubile warf Regierung und Polizei während des Wahlkampfes wiederholt Angriffe auf ihn und seine Unterstützer vor. Auch Amnesty International äußerte sich besorgt. Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sowie die freie Medienberichterstattung seien unter Beschuss. Am Wahltag gab es vorerst keine Berichte über gewaltsame Vorfälle.