Kolumbien ermöglicht US-Antidrogeneinsätze im eigenen Land

Kolumbien ermöglicht den Einsatz US-amerikanischer Sicherheitskräfte auf eigenem Staatsgebiet. Wenige Tage nach Amtsantritt des neuen rechtsgerichteten Präsidenten de la Espriella wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Berlin/Panama-Stadt - Kolumbien und die USA haben eine engere Kooperation im Kampf gegen die Produktion und den Handel von Drogen vereinbart. Am Mittwoch (Ortszeit) unterzeichneten der US-amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth und sein kolumbianischer Amtskollege Jorge Eduardo Mora in Panama ein Abkommen mit dem Kolumbien Teil des sogenannten Shield of the Americas wird, wie die Zeitung „El Espectador“ berichtete. Dies ermöglicht unter anderem Einsätze US-amerikanischer Sicherheitskräfte auf kolumbianischen Boden.

Der Shield of the Americas ist eine US-amerikanische Initiative zur Zusammenarbeit mit rechtsgerichteten Regierungen in Süd- und Mittelamerika. Erklärtes Ziel ist der Kampf gegen kriminelle Banden. Unter US-Präsident Donald Trump streben die Vereinigten Staaten strategisch eine Vormachtstellung in der Region an.

Kampf gegen „Drogenterroristen“

Der kolumbianische Verteidigungsminister Mora erklärte nach der Unterzeichnung des Vertrages, kein Land könne sich allein den Drogenbanden stellen. Ziel der Vereinbarung sei es, „zu verhindern, dass kriminelle Organisationen, die Autorität des Staates ersetzen“. Der ebenfalls bei dem Treffen anwesende US-amerikanische Botschafter in Panama, Kevin Marino Cabrera, erklärte auf der Internetplattform X, „die amerikanischen Länder gehören unabhängigen Staaten, nicht den Drogenterroristen“.

Kolumbien ist laut den Vereinten Nationen mit geschätzten 261.000 Hektar Anbaufläche der weltweit größte Produzent der Koka-Pflanze, dem Grundstoff für Kokain. Bewaffnete Gruppen kontrollieren ganze Landstriche innerhalb des Landes und finanzieren sich unter anderem durch den Verkauf der Droge etwa nach Europa.

Neuer Präsident geht auf USA zu

Der seit Freitag in Kolumbien regierende rechte Präsident Abelardo de la Espriella hatte bereits im Wahlkampf eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA angekündigt, um mit Gewalt gegen bewaffnete Gruppen vorzugehen. Sein Vorgänger Gustavo Petro, der erste linke Präsident des Landes, hatte die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Drogenbanden zuvor zurückgefahren.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!