Gerichtshof kritisiert Nicaragua wegen Inhaftierung von US-Bürger

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte wirft Nicaragua vor, einen US-Bürger während der Haft unmenschlich behandelt zu haben.

Havanna/San José - Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte macht Nicaragua wegen der rechtswidrigen und willkürlichen Inhaftierung des US-amerikanischen Staatsbürgers Jason Zachary Puracal verantwortlich. In einer am Donnerstag (Ortszeit) vorgelegten Entscheidung bemängelte das Gericht mit Sitz in Costa Ricas Hauptstadt San José zudem die „grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung während der Haft“.

Damit habe der nicaraguanische Staat die Rechte Puracals auf Gesundheit, Wasser und sanitäre Einrichtungen sowie weitere Rechte verletzt, hieß es. Der Gerichtshof ordnete verschiedene Maßnahmen an. Unter anderem müsse sichergestellt werden, dass die Haftbedingungen in den Gefängnissen „La Modelo“ und „El Chipote“ den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen.

Abschiebung in die USA

Puracal war im November 2010 im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Drogenhandel verhaftet worden. In einem Prozess, der von zahlreichen Unregelmäßigkeiten geprägt war, wurde er wegen Drogenhandel, Geldwäsche und organisierter Kriminalität zu einer 22-jährigen Haftstrafe verurteilt. Der Fall erregte damals große mediale Aufmerksamkeit. Im September 2012 hob ein Berufungsgericht das Urteil auf und ordnete Puracals Freilassung an. Er wurde daraufhin in die Vereinigten Staaten abgeschoben.

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte wurde 1979 auf Grundlage der Amerikanischen Menschenrechtskonvention gegründet.

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