Wiesbaden - Der Ministerpräsident der Republik Armenien, Nikol Pashinyan (51), erhält für seine Friedensbemühungen im südlichen Kaukasus den Hessischen Friedenspreis. Damit solle sein Bestreben gewürdigt werden, demokratische Institutionen im Land zu etablieren und es an die Europäische Union anzunähern, teilte der Hessische Landtag am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.
Pashinyan gründete 2013 in Armenien mit einer Gruppe von Unterstützern die Partei „Bürgervertrag“ und wurde nach der „Samtenen Revolution“ 2018 zum armenischen Regierungschef gewählt. Im Hinblick auf den jahrzehntelangen Konflikt mit dem Nachbarstaat Aserbaidschan sei es Pashinyan durch Verhandlungen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev gelungen, Frieden herzustellen.
Wallmann: „Sichtbares Zeichen für Verständigung“
Die Verleihung des Hessischen Friedenspreises an Pashinyan würdige die Fortschritte im Friedensprozess mit dem Nachbarstaat und setze ein sichtbares Zeichen für Verständigung und die Entwicklung gewaltfreier Perspektiven der Konfliktlösung, sagte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU), die Mitglied im Kuratorium des Hessischen Friedenspreises ist. Nicole Deitelhoff, ebenfalls Kuratoriumsmitglied und Vorstand am Peace Research Institute Frankfurt, sagte, die Auszeichnung würdige Pashinyans konsequenten Einsatz für Gewaltfreiheit „in einem der historisch am stärksten verhärteten Konflikte des postsowjetischen Raums“.
Die Auszeichnung wird seit 1994 von der Albert-Osswald-Stiftung verliehen. Sie soll Bemühungen zur Beendigung von Krieg, Gewalt oder Konflikten sowie die Entwicklung von Strategien zur Vermeidung gewaltsamer Konflikte würdigen. Ins Leben gerufen wurde sie von dem früheren hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) und seiner Familie. Die Verleihung findet am 18. September im Hessischen Landtag in Wiesbaden statt.