Genf - Die tödliche Ebola-Krankheit breitet sich laut den UN im Osten der Demokratischen Republik Kongo exponentiell aus. Rund 2.500 Menschen seien inzwischen gestorben, die Hälfte davon in den vergangenen 20 Tagen, erklärte der Ebola-Koordinator der UN, Julian Harneis, am Freitag in Genf.
Das Gebiet, in dem sich die Krankheit ausgebreitet habe, sei größer als Frankreich. Die Krankheit wütet den Angaben in einer Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten geprägt ist und in der ohnehin ein enormer humanitärer Bedarf herrscht.
Die Gewalt habe allein in der Provinz Ituri eine Million Menschen in die Flucht gezwungen und Recht und Ordnung untergraben. Auch das Gesundheitssystem sei stark belastet, Mitarbeiter seien angegriffen, Krankenwagen in Brand gesetzt und mit Steinen beworfen worden.
17. Ausbruch im Kongo
Für den Kongo ist es ist die 17. dokumentierte Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 - und schon jetzt die tödlichste. Die Weltgesundheitsorganisation warnte, dass sich der aktuelle Ausbruch zur schlimmsten jemals erfassten Krise ausweiten könne. Auslöser ist das Bundigubyo-Virus, gegen den es weder zugelassenen Medikamente noch einen Impfstoff gibt.
Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die über Körperflüssigkeiten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.