Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor zweieinhalb Jahren, im März 2023, haben die damalige Entwicklungsministerin Svenja Schulze und Außenministerin Annalena Baerbock die Leitlinien für die feministische Entwicklungs- und Außenpolitik vorgestellt. Inzwischen ist eine neue Regierung am Ruder, Baerbock leitet jetzt die Generalversammlung der Vereinten Nationen und Svenja Schulze, die weiterhin im Bundestag sitzt, ist gestern zur neuen Präsidentin des Hilfswerks Help gekürt worden. Wie fällt die Bilanz der feministischen Entwicklungspolitik aus? Das hat der Gutachter Frank Bliss mit zwei Kolleginnen im Auftrag des Entwicklungsministeriums untersucht. Mit meinem Kollegen Tillmann Elliesen hat er über die Ergebnisse gesprochen. Er lobt das Umdenken in vielen deutschen Institutionen, bemängelt aber die schleppende Umsetzung. Für die Zukunft erinnert Bliss daran, dass Gendergerechtigkeit nicht bloß ein Nebenaspekt in der Projektarbeit sein darf, sondern im Mittelpunkt stehen muss.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Brasilien muss den Wald selbst schützen: Der Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz ist mit den Beiträgen von Geberländern ein Schlüsselelement im Kampf gegen die Entwaldung. Er zeigt aber auch Schwächen der brasilianischen Umweltpolitik, berichtet Sarah Fernandes in unserem aktuellen Heft.
„Weit von amerikanischen Verhältnissen entfernt“: Das Entwicklungsministerium muss in den kommenden Jahren mit deutlich weniger Geld auskommen. Ministerin Reem Alabali Radovan sieht die deutsche Entwicklungspolitik dennoch weiter handlungsfähig, berichtet Marina Zapf.
Religionsführer wollen sich stärker für Frieden einsetzen: Auf Einladung Malaysias und der Muslimischen Weltliga haben muslimische, christliche, hinduistische und buddhistische Religionsführer über ihre Rolle bei der Lösung von Konflikten beraten. Großen Raum nahm der Krieg in Gaza ein, schreibt Katja Dorothea Buck.
„Druck allein hilft nicht gegen das Problem“: Die ghanaische Regierung will den illegalen Goldbergbau eindämmen. Bislang setzt sie dabei aber auf die falschen Instrumente, sagt der Politikwissenschaftler Gabriel Botchwey im Interview.
Kommission für eine bessere Welt? Deutschland werde eine neue Nord-Süd-Kommission zur Bearbeitung globaler Probleme gründen, heißt es im schwarz-roten Koalitionsvertrag. Die Debatte darüber gewinnt an Fahrt. Manche meinen, schon der Name weise in die falsche Richtung, berichtet Marina Zapf.
Afrikas letzte absolute Monarchie: König Mswati III. behandelt Swasiland, das nach seinem Willen Eswatini heißen soll, wie seinen persönlichen Besitz. Gerade junge Leute begehren dagegen auf – und hoffen vergebens auf Hilfe aus Europa und den Nachbarländern. Simone Knapp hat sie getroffen.
Umgekehrter Menschenhandel: Die US-Regierung sucht Länder, die Straftäter und unliebsame Zuwanderer aus den USA aufnehmen. Bisher geben sich vier afrikanische Staatschefs für diesen niederträchtigen Handel her mit dem wenig aussichtsreichen Ziel, Donald Trumps Politik zu beeinflussen. Bernd Ludermann kommentiert.
Vergangene Woche hat Äthiopien seinen Mega-Staudamm, den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD), eingeweiht. Äthiopien verspricht sich davon Energiesicherheit, die anderen Nil-Anrainerstaaten Ägypten und der Sudan sehen den Staudamm als Bedrohung. Besonders Ägypten fürchtet, künftig weniger Wasser für die Landwirtschaft, zum Trinken und für die Industrie zu bekommen. Ob Wasserknappheit immer zu Konflikten oder doch zu Zusammenarbeit führt, darüber hat Bernd Ludermann vor zwei Jahren mit dem Friedensforscher Ashok Swain gesprochen. Noch immer interessant.
Propaganda von Weltbild unterscheiden: China gilt als strategischer Konkurrent des Westens, wird aber selbst von vermeintlichen Fachleuten oft missverstanden, schreibt die Sinologin Marina Rudyak in ihrem Buch "Dialog mit dem Drachen". Das Buch sei "ein guter Start für alle, die ihr Verständnis der Weltsicht und der Propaganda der chinesischen Führung verbessern wollen", schreibt unser Rezensent Hans Dembowski.
Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit Ländern und Themen des globalen Südens beschäftigen. Auf unserer Startseite im Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“ finden Sie Hinweise auf aktuelle Meldungen und Artikel unserer Partner. Die WÖK/KASA fordert, das deutsche Lieferkettengesetz nicht abzuschwächen, und die Stiftung Asienhaus berichtet über Vertreibungen der lokalen Bevölkerung an der Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha. Schauen Sie mal rein!