Liebe Leserin, lieber Leser,
in Frankfurt am Main, von wo aus Sie dieser Newsletter erreicht, ist Buchmesse - die Stadt steht diese Woche ganz im Zeichen der Literatur. Ein kleineres, doch keineswegs weniger feines Bücherfest ist das African Book Festival, das jedes Jahr in Berlin stattfindet. Dieses Jahr hat die ghanaische Autorin Ivana Akotowaa Ofori die Veranstaltung kuratiert. Rita Schäfer hat die Gelegenheit genutzt, sich für "welt-sichten" mit Akotowaa über ihre Arbeit zu unterhalten. In den Büchern der Ghanaerin geht es oft um heikle Fragen wie etwa die, welche Rolle ihr Heimatland im Sklavenhandel gespielt hat und wie es heute mit dieser schwierigen Geschichte umgeht. Im Interview mit Ivana Akotowaa Ofori erfahren Sie außerdem, warum ausgerechnet ihr Großvater ihr erster Leser war, als sie mit dem Schreiben begann.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Wirtschaft in Kamerun: Ungeachtet der angespannten politischen Lage bauen Unternehmerinnen wie Sandra Tembei in Kamerun etwas auf. Weil im Land bezahlbare Kredite fehlen, bringen sie mit dem Geld ausgewanderter Landsleute ihr Geschäft voran, berichtet Klaus Sieg.
Neutralität gefragt: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geht mit dem Ukrainekrieg durch die schwerste Krise seit ihrer Gründung. Was kann die Schweiz nächstes Jahr als Vorsitzende bewirken? Meret Michel hat sich umgehört.
KI und Glauben: Mit Segnungen und Gefahren von Künstlicher Intelligenz beschäftigen sich zunehmend auch Theologen der großen Religionen. In der islamischen Welt warnen Religionsgelehrte sogar, dass KI in Glaubensfragen irreleiten und so den Islam verfälschen könne, berichtet Katja Dorothea Buck.
Madagaskar in der Krise: Der Präsident hat das Land verlassen, das Militär die Macht übernommen - und am Anfang standen Proteste junger Leute gegen Stromausfälle und Wasserknappheit. Die Politikwissenschaftlerin Ketakandriana Rafitoson erklärt die Ursachen ihrer Wut und ihrer Forderungen nach Mitsprache. Den Text gibt es auch im englischen Original.
Das Miteinander im Süden Italiens: In Palermo leben Migranten aus zahlreichen Ländern. Die Gesetze benachteiligen sie, doch im Alltag mischen sich ihre Kulturen, berichtet Ismail Einashe in unserem aktuellen Heft mit dem Schwerpunkt "Multikulti".
Den Klimawandel hält Donald Trump bekanntlich für menschengemachten Quatsch. Deshalb besteht der US-Präsident auch darauf, dass sich die Weltbank nicht weiter damit befasst. Das dürfte auf der gerade laufenden Weltbank-Jahrestagung für Gesprächsstoff sorgen, denn die meisten Anteilseigner sind anderer Meinung - allen voran Deutschland. Die Bundesregierung nimmt für sich in Anspruch, eine Reform der Bank angestoßen zu haben mit dem Ziel, dass sie sich künftig verstärkt um den Schutz globaler öffentlicher Güter kümmert - also auch des Klimas. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat in einer Pressemitteilung erst heute noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig ihr das ist. Dabei war auch das Reformvorhaben selbst durchaus umstritten. Vor drei Jahren hat mir der damals zuständige Abteilungsleiter im Entwicklungsministerium, Jürgen Zattler, erklärt, worum es geht und was er Kritikern antwortet. Vielleicht sollte das jemand Donald Trump vorlesen.
Kindheit in Kinshasa: Die kongolesische Autorin Nadège Kusanika war schon als Kind eine begnadete Geschichtenerzählerin. Wie diese Kunst ihr Selbstvertrauen gab, davon zeugt ihr autobiografischer Debütroman "Unter der gelben Sonne", den Rita Schäfer für uns gelesen hat.
Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit Ländern und Themen des globalen Südens beschäftigen. Auf unserer Startseite im Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“ finden Sie Hinweise auf aktuelle Meldungen und Artikel unserer Partner. In der neuen Ausgabe des Magazins "südostasien" etwa geht es um die Frage, wie Vorstellungen von Männlichkeit die Politik in der Region prägen. Und die WÖK/KASA blickt zurück auf die diesjährige Konferenz "Afrika neu denken". Schauen Sie mal rein!