Liebe Leserinnen und Leser,
am 25. September begannen junge Leute in Madagaskar gegen die ständigen Unterbrechungen bei der Strom- und Wasserversorgung zu protestieren, nicht mal einen Monat später floh Präsident Andry Rajoelina aus dem Land und Oberst Michael Randrianirina ließ sich zum neuen Staatsoberhaupt vereidigen. Gerade weil alles so schnell ging, lohnt sich die Lektüre des Artikels von Solofo Randrianja, der genau erklärt, wie es zu den Protesten kam, was die Ursachen für die Misere im Land sind und wie die Generation Z jetzt weitermachen will. Das ist nämlich das Schwierigste: "Die politische Klasse wird sich ebenso wie die Militärs in Stellung bringen, um die Früchte des Sieges zu vereinnahmen. Wird sich die Jugend den Sieg wieder nehmen lassen wie nach früheren Protestbewegungen?", fragt Randrianja.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
„Kinderarbeit können wir nicht hinnehmen“: Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor, erklärt im Interview, wie das Hilfswerk mit Mittelkürzungen umgeht, welche Errungenschaften der Entwicklungszusammenarbeit er in Gefahr sieht und was er von der neuen Bundesregierung erwartet.
Trübe Perspektiven für Diamantenarbeiter: Surat im indischen Bundesstaat Gujarat gilt als Diamantenstadt, weil dort der größte Teil der weltweit verarbeiteten Rohdiamanten geschliffen und poliert wird. Nun schrumpft die Industrie beträchtlich; etliche Diamantenarbeiter nehmen sich aus Verzweiflung das Leben. Unser "Was tut sich in ..."
Zurück im Irak: Seit einem Jahr hat die Schweiz wieder eine Botschaft in Bagdad, jetzt wurde sie offiziell eingeweiht. Sie will unter anderem die wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern. Nimmt sie die Korruptionsrisiken im Irak dabei ernst genug, fragt Meret Michel, die darüber berichtet.
"Viele Biobetriebe können sich die Zertifizierung nicht mehr leisten": Die Neuregelungen der EU-Bioverordnung schaden Kleinbauern im globalen Süden, meint Claudia Brück, Fairtrade-Vorständin für Kommunikation und Politik.
Die Ausgeschlossenen mischen sich ein: Gerade tagen Staatschefs, Zivilgesellschaft und Unternehmer beim UN-Klimagipfel im brasilianischen Belém, mitten im Amazonasgebiet. Viele lokale Gruppen und Indigene haben allerdings keinen Zugang dazu bekommen. Deshalb haben sie zwei alternative Konferenzen organisiert, um sich Gehör zu verschaffen. Sarah Fernandes berichtet.
Eine Steilvorlage für Autokraten: Seit Monaten versenkt das US-Militär vermeintliche Drogenschiffe vor der Küste Venezuelas. Die Trump-Regierung definiert dazu internationales Recht um und setzt auf das Recht des Stärkeren – bis hin zu willkürlichen Hinrichtungen. Barbara Erbe kommentiert.
Das Europäische Parlament hat sich heute mit Mehrheit für eine Abschwächung der EU-Lieferkettenrichtlinie ausgesprochen. Armin Paasch, Menschenrechtsexperte bei der katholischen Hilfsorganisation Misereor, bezeichnet den Beschluss als „Desaster für die Menschenrechte und die EU“. Was steckt hinter Lieferketten, welche Chancen entstehen dadurch für Entwicklungsländer und wo werden besonders viele Arbeitsplätze geschaffen? Und welche Folgen hat es, wenn Konzerne keine Verantwortung übernehmen? All diese Fragen werden in unserem Heft "Schuften für den Weltmarkt" aus dem Jahr 2020 beantwortet. Schauen Sie mal rein, die Artikel sind immer noch interessant.
Gegen Europas falsches Selbstbild: Carlos Lopes geht in seinem Buch "The Self-Deception Trap" Ursachen und Wirkungen von Fehleinschätzungen in den Beziehungen zwischen Afrika und Europa auf den Grund. Als früherer Diplomat und heutiger Professor in Kapstadt beleuchtet er die Probleme anschaulich, findet Rezensentin Rita Schäfer.
Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit Ländern und Themen des globalen Südens beschäftigen. Auf unserer Startseite im Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“ finden Sie Hinweise auf aktuelle Meldungen und Artikel unserer Partner. Die WÖK/KASA berichtet über eine Studie zu Ungleichheit im südlichen und östlichen Afrika, und die Infostelle Peru informiert darüber, dass die Selbstverwaltung indigener Territorien zum Klimaschutz beiträgt. Schauen Sie mal rein!