welt-sichten im Februar: Ab in die Schule - Mit guter Bildung aus der Armut

Liebe Leserinnen und Leser,

durch meine Tochter kriege ich jetzt wieder ein bisschen Schule mit. Sie geht in die zweite Klasse, und es ist spannend mitzubekommen, wie sich das Lernen verändert: Statt der Kreidetafel gibt es nun ein Whiteboard, und zu Hause kann sie das Gelernte mit Apps vertiefen. Ansonsten ist ihr Schulalltag aber wohl so normal wie eh und je: Mal hat sie keinen Bock auf Hausaufgaben, ein anderes Mal freut sie sich über die Eins im Deutschtest.  

Normal ist der Schulbesuch aber nicht überall. Zwar werden inzwischen mehr Kinder im globalen Süden eingeschult, dennoch gingen 2023 laut der UN-Bildungsorganisation Unesco weltweit 272 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule. Der häufigste Grund dafür ist Armut, aber auch Kriege und Konflikte erschweren den Zugang zu Bildung. Sam Olukoya schildert, wie wegen Anschlägen von Dschihadisten im Norden Nigerias Schulen zu Festungen werden, damit der Unterricht stattfinden kann. 

Wie Bildung gemessen wird, wie sie zum Wohlstand eines Landes beiträgt und ob Künstliche Intelligenz das Lernen verändern wird, haben Barbara Erbe und ich aufgeschrieben. Amanda tho Seeth berichtet von islamischen Internaten in Indonesien, die nicht in der Tradition verharren. Dass Menschen gemeinsam und ohne den Staat Bildung verbessern können, beschreibt Rishabh Jain am Fall der Gemeindebibliotheken in Indien, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Chance auf sozialen Aufstieg mittels Lernen bieten. Und Knut Henkel hat eine Schule in Guatemala besucht, die indigenen Mädchen und Frauen zum Abitur oder Uniabschluss verhilft. 

Sandra Weiss und Florian Kopp haben in Brasilien eine Einsatztruppe bei der Jagd auf moderne Sklavenhalter begleitet, die Arbeiter etwa auf Plantagen maßlos ausbeuten. Bischof Friedrich Kramer, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschlands, erklärt im Interview, wo er mit der neuen Friedensdenkschrift einverstanden ist und wo nicht. Wie der Islam dem marokkanischen Königshaus hilft, sich als politische und wirtschaftliche Macht zwischen Afrika und Europa zu positionieren, berichtet Claudia Mende. Außerdem schauen wir nach Syrien, wo junge Start-up-Unternehmen Apps nicht nur an Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern auch an die schlechten Strom- und Datennetze anpassen. 

Eine spannende Lektüre und 
weiter Lust aufs Lernen wünscht Ihnen 

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