Weltbank

Die UN-Generalversammlung hat am Donnerstag Prinzipien für ein Staaten-Insolvenzverfahren beschlossen. Die Entwicklungs- und Schwellenländer treiben diese Reform voran – und beißen bei den Industrieländern auf Granit.
Um sich im Wettbewerb mit anderen Geldgebern zu behaupten, will die Weltbank ihre Umwelt- und Sozialstandards aufweichen. Dabei achtet die Bank schon heute bei vielen Projekten zu wenig auf Mensch und Umwelt.
Kritiker von Weltbank-Projekten erleben in vielen Ländern Gewalt und Übergriffe. Human Rights Watch wirft der Entwicklungsbank vor, zu wenig für den Schutz der Aktivisten und Menschenrechtler zu tun.
In Asien sind Investitionen in Straßen und Energieversorgung dringend nötig. Die geplante asiatische Entwicklungsbank unter der Führung Chinas ist deshalb eine gute Idee. Die Kritik der USA an den Plänen geht dagegen nach hinten los.
Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren die Weltbank-Tochter IFC, sie leite Darlehen zunehmend über Banken und Fonds in Entwicklungsprojekte. Dadurch verliere sie die Kontrolle, was mit dem Geld gemacht wird.
Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Weltbank seit Jahren, sie kümmere sich nicht genug um die Menschen, die in Folge ihrer Projekte umgesiedelt werden. Eine bankinterne Untersuchung hat das jetzt bestätigt.
Menschen entscheiden selten rational. Sie reagieren spontan, richten sich nach sozialen Normen oder folgen gewohnten Denkmustern. Diese Erkenntnisse sollten laut Weltentwicklungs-bericht 2015 stärker in den Kampf gegen die Armut einfließen.
Die Zahl der extrem Armen in Asien wird stark unterschätzt – so eine neue Untersuchung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB). Sie macht erneut deutlich, wie problematisch Armutsstatistiken sind. Die Ergebnisse der Studie sind aber kein Grund, den Rückgang der Armut in Asien und global zu bezweifeln.
Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) haben auf ihrem Gipfeltreffen im brasilianischen Fortaleza im Juli eine neue Entwicklungsbank und eine Währungsreserve für Länder mit Zahlungsschwierigkeiten aus der Taufe gehoben. Fachleute orakeln nun, ob diese Institutionen eine andere Politik machen werden als Weltbank und Internationaler Währungsfonds.
Die Weltbank will wissen, wie ihre Studien bei den Lesern ankommen. Das Interesse ist anscheinend nicht allzu groß.
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