Entwicklung und internationale Zusammenarbeit

Hartmut Sangmeister
Entwicklung und internationale Zusammenarbeit.
Eine Einführung

Hartmut Sangmeister und Alexa Schönstedt
Wege und Irrwege zum Wohlstand.
Theorien und Strategien wirtschaftlicher Entwicklung

Hartmut Sangmeister und Alexa Schönstedt
Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert.
Ein Überblick

Nomos Verlag, Baden-Baden 2009 und 2010,
je rund 190 Seiten,
24, 19 und 19,90 Euro


Mit dem Band über die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im 21. Jahrhundert haben der Entwicklungsökonom Hartmut Sangmeister und seine Lehrassistentin Alexa Schönstedt die dreibändige Übersicht über Entwicklung und internationale Zusammenarbeit vervollständigt. Der erste Band führt in wirtschaftliche Strukturprobleme der Entwicklungsländer ein – es geht etwa um Bevölkerungswachstum und Armut, den informellen Sektor, Kapitalbildung und Auslandsverschuldung. Auf die entscheidende Rolle politischer Institutionen und der Regierungsführung geht das Buch kurz ein; Umweltprobleme, Migration und ethnische Konflikte bleiben außen vor. Der zweite Band stellt die wichtigen Entwicklungstheorien seit dem Merkantilismus im 18. Jahrhundert vor. Er kommt zum Schluss, dass sich mit keiner die unterschiedlichen Wege reicher und armer Länder ausreichend erklären lassen. Dennoch sei es nützlich, sich damit zu befassen, um die Wiederholung alter Fehler zu vermeiden. Der letzte Band führt in die Motive der EZ, die beteiligten Organisationen ihre Instrumente und Verfahren ein. Sangmeister und Schönstedt teilen einen Teil der grundsätzlichen Einwände gegen die EZ – etwa dass sie allein keine Entwicklung bewirken kann und die politischen Rahmenbedingungen im Land wichtiger sind. Einige Kritikpunkte beruhten aber auf der irrigen Annahme, dass sich die Verfahren der EZ nicht verändert hätten. Sie sei trotz ihrer Grenzen noch nötig und sinnvoll. Die drei Bände sind zusammen ein nützliches Nachschlagewerk. Pluspunkte sind, dass sie stets Wachstum von Entwicklung unterscheiden und Theorien, die alles erklären wollen, skeptisch beurteilen. Viele Annahmen der Entwicklungsökonomie werden hinterfragt. Das zeigt freilich: Ein Gutteil der vorgestellten Theorien ist von sehr begrenztem Wert und der ökonomische Fokus des Buches am Ende nicht einleuchtend. Wenig originell ist das Fazit, die EZ solle stets die Besonderheiten jedes Falles und die Lehren aus früheren Irrtümern beachten. Auch ist der Gedankengang nicht immer stringent und sprachlich sind manche Teile schwer verdaulich. Wer eine gut lesbare Einführung in die Entwicklungspolitik sucht, ist mit dem älteren Band von Franz Nuscheler besser bedient.

(bl)

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