Augenmedizin - eine gute Investition

Investitionen in die Verhütung oder Behandlung von Augenkrankheiten zahlen sich aus: Nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Volkswirtschaft, stellt eine Studie fest.

80 Prozent aller Fälle von Blindheit oder Sehbehinderungen wären vermeidbar – wenn sie rechtzeitig behandelt würden. Laut Angaben der WHO leiden 223 Millionen Menschen weltweit unter vermeidbaren Beeinträchtigungen ihres Sehvermögens, die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern.

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers hat im Auftrag der australischen Fred-Hollow-Stiftung den ökonomischen Nutzen kalkuliert, den Investitionen in eine verbesserte Augengesundheit hätten, und kommt zum folgenden Ergebnis: jeder Dollar, mit dem verhindert wird, dass ein Mensch erblindet, brächte den vierfachen volkswirtschaftlichen Nutzen – und zwar durch die Steigerung der Produktivität der Menschen im arbeitsfähigen Alter und Einsparungen im Gesundheitswesen.

2,20 US-Dollar pro Kopf wären nötig, um vermeidbare Blindheit auszurotten

Ganz zu schweigen von dem Nutzen, der nicht messbar ist, wie bessere Berufsaussichten für den Einzelnen und eine steigende Lebensqualität. Bis 2020 müssten in armen Ländern pro Kopf der Gesamtbevölkerung zusätzlich nur 2,20 US-Dollar investiert werden, um vermeidbare Blindheit auszurotten, heißt es in der Studie weiter.

Die häufigste Ursache für eine Erblindung bei Kindern und Erwachsenen ist der sogenannte Graue Star, eine Trübung der Augenlinse. Darauf ist rund die Hälfte aller Erblindungen, fast 20 Millionen, zurückzuführen. Mit einem kleinen ambulanten Eingriff kann die Linse ersetzt werden.

Doch während in Deutschland der Graue Star frühzeitig operiert wird, wissen erblindete Menschen in Entwicklungsländern oft nicht, dass sie geheilt werden könnten, erklärt die Christoffel-Blindenmission zum „Welttag des Sehens“ am 10. Oktober.

Zudem könnten sich viele den Eingriff nicht leisten. Eine Operation am Grauen Star koste zum Beispiel in Tansania 30 Euro, sei für die Menschen ein Geschenk und könne ihr Leben verändern.

Die CBM engagiert sich mit zahlreichen anderen Hilfswerken in der Kampagne "Vision 2020 - Das Recht auf Augenlicht", mit der unter Federführung der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum Jahr 2020 vermeidbare Blindheit überwunden werden soll.  (gka)
 

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