Studie: China hilft Afrikas Eliten

(12.12.2014) Afrikanische Politiker verwenden chinesische Entwicklungshilfe vor allem für Projekte in ihren Heimatregionen. Das gelte auch, wenn in anderen Gegenden ein größerer Bedarf herrscht, heißt es in einer neuen Studie.

Ein Beispiel: In Yoni, dem Heimatort von Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma, sei „mitten im Busch“ mit chinesischem Geld eine gut ausgestattete Schule errichtet worden. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat rund 2000 solcher Entwicklungshilfeprojekte an mehr als 3.500 Orten in Afrika im Zeitraum zwischen 2010 und 2012 untersucht. Die Forscher haben außerdem Daten zu Geburtsort und Ethnie von 117 führenden afrikanischen Politikern zusammengetragen.

Die Auswertung lege nahe, „dass führende Politiker in den Empfängerländern einen Teil der chinesischen Gelder nach persönlichen Interessen vergeben“, erläuterte Co-Autor Axel Dreher von der Universität Heidelberg. Das könne die Effektivität der Hilfe einschränken. Die verbreitete Annahme, dass China seine Mittel vor allem in Gegenden vergibt, in denen Bodenschätze zu finden sind, habe sich jedoch nicht bestätigt.

China will sich mit seiner Entwicklungspolitik nicht in die inneren Angelegenheiten der Empfängerländer einmischen. Das mache es afrikanischen Politikern leicht, „ihren Wahlbezirken einen substanziellen Teil der Mittel aus China zuzuschieben“, erklärte Dreher. Wie sich dies auf das Wirtschaftswachstum eines Landes oder die Minderung von Armut auswirkt, soll in weiteren Studien untersucht werden. (gka)

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