Zentralafrikanische Republik

Nur eigene Kämpfer bieten Schutz

Anti-Balaka-Milizen patrouillieren Mitte August 2017 durch Gambo im Südosten der Zentralafrikanischen Republik. Bei Kämpfen mit Séléka-Rebellen waren dort Dutzende Zivilisten getötet worden.
In der Zentralafrikanischen Republik ist kein Frieden in Sicht. Die alte Elite führt in der neuen Regierung ihre schlechten Gewohnheiten fort, während die Geber­länder an gescheiterten Rezepten festhalten.

Das Jahr 2017 war für die Menschen in Zentral­afrika eine herbe Enttäuschung. Sie hatten sich Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Lage gemacht, als 2014 eine UN-Friedensmission (MINUSCA) ins Land kam und Wahlen für Ende 2015 vorbereitet wurden.  Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen von beispielloser Brutalität zwischen Muslimen und nichtmuslimischen Gruppen – ausgelöst von dem Staatsstreich, in dem ein Bündnis muslimischer Rebellen, der Séléka, 2013 den Präsidenten Francois Bozizé verjagte hatte.

Doch die Hoffnungen haben sich inzwischen verflüchtigt; der Konflikt hat sich nur wieder verschärft. Präsident Faustin Archange Touadéra, 2016 mit der klaren Mehrheit von 62 Prozent gewählt, führt die Amtsgeschäfte nicht besser als seine Vorgänger. Die Regierung ist so ineffizient wie eh und je. Sie hängt finanziell am Tropf der Geber, vor allem der Europäischen Union (EU), und hat über die Hauptstadt Bangui hinaus kaum etwas zu sagen. Korruption ist allgegenwärtig. Die Regierungsmitglieder verschanzen sich in der Hauptstadt und wagen sich allenfalls unter dem Schutz der MINUSCA in die Provinz. Dennoch behaupten sie gegenüber potenziellen Investoren unverdrossen, die humanitäre Krise sei beigelegt und das Land auf dem besten Weg, die Konflikte hinter sich zu lassen.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2018: Diaspora: Zu Hause in zwei Ländern

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