Treibhausgase
Treibhausgase

Der Tourismus gefährdet das Klima

Reisen ist günstiger geworden – und immer mehr Menschen machen Urlaub in fernen Ländern. Das hat schädliche Folgen für die Umwelt: Der ökologische Fußabdruck des Tourismus ist laut einer aktuellen Studie vier Mal größer als bisher angenommen.

Laut den Berechnungen der Forscher von der Universität Sydney gehen etwa acht Prozent aller Treibhausgas-Emissionen weltweit auf den Tourismus zurück. Berücksichtigt wurden neben Kohlendioxid auch Methan und Stickstoffoxid.

Ab- und Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Shopping: Die Autoren der Studie verfolgten insgesamt eine Milliarde touristische Versorgungsketten zurück, um nachzuvollziehen, welche Güter und Dienstleistungen wie häufig genutzt werden und wie hoch der damit verbundene Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase ist.

Analysiert wurden Daten in und zwischen 160 Ländern in den Jahren  2009 bis 2013. In dieser Zeitspanne wuchsen die Emissionen von 3,9 Gigatonnen auf 4,5 Gigatonnen – ein Anstieg von 15 Prozent. Bis 2025 könnten es 6,5 Gigatonnen sein, so die Wissenschaftler.

Doch wer trägt die Verantwortung für die Emissionen? Ein Blick auf die Studienergebnisse verrät, dass die Vereinigten Staaten sowohl als Zielland vieler Touristen als auch als Heimatland den internationalen Vergleich anführen. Die meisten Reisenden kommen aus oder reisen in die USA. China und Deutschland folgen auf dem zweiten und dritten Platz.

Die Leidtragenden des Massentourismus sind laut Studie  vor allem kleine Inseln wie die Malediven. Dort verursachen Touristen 30 bis 80 Prozent der lokal entstehenden Emissionen. Gerade ihnen fehlen jedoch die Ressourcen,  um etwa ihr Transportwesen nachhaltiger zu gestalten.

Die Industrieländer sollten sie dabei mit finanziellen und technischen Hilfen unterstützen, erklären die Wissenschaftler. Auch nachhaltigere Reisegewohnheiten – etwa der Verzicht auf Flüge und konsumintensive Shoppingtrips – könnte den Ausstoß von Treibhausgasen senken.

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