Süßwasserverschmutzung
Süßwasserverschmutzung

Dreckiges Wasser vernichtet Ernten

Wassermangel ist ein viel beachtetes Problem, die Qualität des Süßwassers nicht . Zu Unrecht, sagt ein neuer Bericht der Weltbank und zeigt Folgen der Verschmutzung auf.

Wasserverschmutzung hat schlimmere Folgen als bisher bekannt, sagen die Fachleute der Weltbank. Sie haben in ihrer Studie zusammengetragen, wo Gewässer besonders belastet sind. Die ärmsten Länder sind laut der sehr aufschlussreiche Karte weniger betroffen: Am schlimmsten ist die Wasserverschmutzung in Schwellenländern wie China, Indien und Mexiko, in Süd- und Nordafrika sowie in großen Teilen der USA, Europas und der Türkei. Die verbreitete Theorie, die Umweltbelastung steige zunächst mit dem Sozialprodukt und sinke dann wieder, trifft laut dem Bericht für viele Schadstoffe im Wasser – etwa Chemikalien und Mikroplastik – also nicht zu.

Die Karte zeigt den Grad der Verschmutzung von Flüssen und Seen. Gemessen wurden dafür der Gehalt von Sauerstoff, Stickstoff und Salz.Weltbank

Zu Folgen für die Gesundheit und die Wirtschaft – hier stellt der Bericht Entwicklungsländer ins Zentrum – heißt es unter anderem: Wenn Babys infolge der Stickstoffdüngung mit Nitrat belastetes Wasser trinken, führt das zu bleibenden körperlichen Schäden, messbar an einer geringeren Körpergröße im Erwachsenenalter. Und dass Flüsse und Seen, aus denen Felder bewässert werden, mit Salzen belastet sind, verringere die Ernten stark; der weltweite Verlust entspreche etwa dem Jahresbedarf von 170 Millionen Menschen.

Dünger im Wasser beeinträchtigt körperliche Entwicklung

Wie üblich mühen sich die Weltbank-Ökonomen, solche Schäden in Geld zu bewerten. So schätzen sie, dass die Menge Dünger, welche die Ernten um etwa fünf Prozent erhöht, zugleich die körperliche Entwicklung von über einem Zehntel der lokalen Bevölkerung so beeinträchtigt, dass sie später weniger Einkommen erwirtschaften. Sie versuchen auch statistisch zu zeigen, dass in Regionen, deren Wasser von Anrainern flussaufwärts verschmutzt wird, die Wirtschaft deutlich langsamer wächst. Diese Rechnungen sind umso befremdlicher, als die Fachleute selbst betonen, wie groß die Zahl der Schadstoffe im Wasser ist und wie wenig man ihre Auswirkungen durchschaut.

Die Schlussfolgerung des Berichts ist auch ohne diese Zahlenspiele zur Kosten-Nutzen-Abwägung einleuchtend: Die Wasserqualität muss stärker überwacht und die Ergebnisse müssen veröffentlicht werden, damit Betroffene sich wehren können. Anreize sind nötig, Verschmutzung zu vermeiden. Und weil das nicht für alle Schadstoffe mit vertretbarem Aufwand möglich ist, muss die Behandlung der Abwässer verbessert werden.

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