Schweiz
Ob da dreckiges Gold drinsteckt? Ein Arbeiter poliert einen gerade gegossenen Goldbarren in der Valcambi-Raffinerie in Balerna, Schweiz.  
Schweiz

„Menschenrechtsverletzungen werden nicht als illegal betrachtet“

Die Schweiz zählt zu den größten Raffineriestandorten der Welt. Der Strafrechtsprofessor Mark Pieth erklärt, wie die Raffinerien die Herkunft des Goldes unsichtbar machen – und wie sich die Goldwäsche verhindern ließe

Herr Pieth, Ihr Buch heißt „Goldwäsche“. Inwiefern ist Gold schmutzig?
In informellen Minen sind die Arbeitsbedingungen schrecklich, häufig kommt es zu Menschenrechtsverletzungen. Kinder holen das Gold unter lebensgefährlichen Bedingungen aus der Erde. Manchmal kontrollieren Bürgerkriegsmilizen oder das organisierte Verbrechen die Minen. Auch die Umwelt leidet, weil das Gold häufig mit Quecksilber oder Cyanid aus dem Gestein gelöst wird. Das sind hochgradig gefährliche Substanzen.

Wer wäscht das Gold sauber?
Vor allem die Raffinerien spielen dabei eine große Rolle. Das Gold kommt als Doré, eine Mischung aus Gold, Palladium, Silber und Kupfer, in die Schmelzstätte und wird dort zu Goldbarren verarbeitet. Durch eine Analyse der chemischen Zusammensetzung des Doré lässt sich ziemlich genau bestimmen, woher das Gold kommt. Wenn es erst mal eingeschmolzen wurde, lässt sich das nicht mehr feststellen. Das saubere Gold wird schließlich von Juwelieren, Uhrenherstellern oder der Elektroindustrie gekauft und weiterverarbeitet. Für den Endverbraucher ist die Ursprungsmine unsichtbar.

...

erschienen in Ausgabe 10 / 2019: Ab in die Steueroase

Neuen Kommentar schreiben