Analphabetisierungsprogramm
Diana da Costa Andrade (links) hat sich einen Traum erfüllt und Lesen gelernt. Ihre Lehrerin Jucileide Soares ist stolz auf sie.
Analphabetisierungsprogramm

Der Bleistift verhilft zu einem neuen Leben

Im brasilianischen Bundesstaat Maranhão gibt es besonders viele Analphabeten. Doch mit einer aus Kuba stammenden Methode haben dort mehr als 20.000 Erwachsene, darunter viele Indigene, Lesen und Schreiben gelernt.

Diana da Costa Andrade hat ihren ersten Brief geschrieben – mit 36 Jahren. Während die Sonne im brasilianischen Bundesstaat Maranhão vom Himmel brannte, saß die Hausfrau vor einem leeren Papier, ließ den Stift darüber gleiten und schrieb: „Meine liebe Lehrerin. Ich schreibe, um dir zu danken. Durch deine Hilfe ist mein Traum, Lesen und Schreiben zu lernen, in Erfüllung gegangen.“

Die Lehrerin Jucileide Soares hielt später den Brief in Händen. Um ihr Gehalt aufzubessern, hatte sie den fordernden Nebenjob angenommen, Diana und 14 weitere Erwachsene nach der Alphabetisierungsmethode „Si yo puedo“ (Ja, ich kann es!) zu unterrichten. Die meisten hatten noch nie in ihrem Leben eine Schule besucht. Das Klassenzimmer improvisierte Soares bei sich zu Hause, indem sie Fotos an der Wand gegen eine Tafel austauschte. „Wir haben uns jeden Abend zum Unterricht getroffen. Keiner ließ auch nur einen Tag aus, und ich habe mein Bestes gegeben. Heute bin ich sehr stolz auf die Fortschritte, die sie beim Lesen und Schreiben gemacht haben“, sagt sie.

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erschienen in Ausgabe 10 / 2019: Ab in die Steueroase

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