Entwicklungspolitik
Was ist die richtige Kamera­einstellung? Im Flüchtlingslager Schatila im Libanon bildet die DW Akademie seit 2016 Flüchtlinge zu Bürgerjournalisten aus.
Entwicklungspolitik

Hilfe für eine starke vierte Gewalt

Seit einem halben Jahrhundert werden Journalisten aus dem globalen Süden von deutschen Organisationen fortgebildet. Doch inzwischen umfasst die Medien­entwicklungszusammenarbeit mehr als Trainings.

Recherchieren, Interviews führen, eine gute Geschichte schreiben: Das hat Sofia Mapuranga schon in der Journalistenschule in Harare gelernt, der Hauptstadt Simbabwes. Nicht aber, wie sie verhindert, dass die Regierung ihre E-Mails mitliest oder korrupte Unternehmer ihr Handy ausspähen. „Ich hatte keine Ahnung von digitaler Sicherheit“, erzählt die 40-Jährige Journalistin aus Simbabwe Anfang Dezember 2019 in Berlin. 

Als eine der wenigen unabhängigen Journalistinnen lebt sie gefährlich in dem südafrikanischen Land. Auf der von Reporter ohne Grenzen erstellten Rangliste der Pressefreiheit steht Simbabwe auf Platz 127 von 180. Der Staat darf Telefonate und den ­E-Mailverkehr von Journalisten ohne Richterbeschluss überwachen. „Bedrohungen erleben wir tagtäglich“, sagt Mapuranga. Behörden und Unternehmen übten Druck auf Journalisten aus, die sich kritisch äußern. 

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erschienen in Ausgabe 2 / 2020: Meinungs- und Pressefreiheit

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