Korruption in Südafrika
Stefaans Brümmer, Mitgründer von amaBhungane, im Büro seiner  Organisation in Kapstadt. Er hat mit Kollegen einen großen Korruptionsskandal auf­gedeckt.
Korruption in Südafrika

Die Unbestechlichen

Wie in Südafrika die Journalisten des amaBhungane-Zentrums zum Sturz von Präsident Jacob Zuma beigetragen haben.

Wer jahrzehntelang in Südafrika als investigativer Journalist arbeitet, der lässt sich nicht mehr leicht einschüchtern. So manches Mal gerieten Stefaans Brümmer und seine Kollegen in das Visier des Korruptionsnetzwerks, das der ehemalige Präsident Jacob Zuma aufgebaut hatte. Dessen „Geschäftspartner“, angeführt von der indischen Gupta-Familie, hatten mit Hilfe der britischen PR-Firma Bell Pottinger über 200.000 Tweets abgesetzt. Überwiegend waren sie gegen weiße Unternehmer und politische Gegner gerichtet. Sie sollten besonders in den Jahren 2016 und 2017 von den kriminellen Machenschaften Zumas und der Gupta-Familie ablenken und Aufklärer wie Brümmer diskreditieren. So wurden auch Fotos mit Brümmers Gesicht verbreitet. „Wir werden uns diesen weißen Rassisten zur Brust nehmen“, hieß es auf einem der Bilder.

Brümmer ist einer der profiliertesten Journalisten Südafrikas. Die Recherchen des von ihm mitgegründeten amaBhungane-Zentrums, das zehn hervorragende Journalistinnen und Journalisten in Kapstadt und Johannesburg beschäftigt, hatten Zumas Reich in den Grundfesten erschüttert. Brümmer war ein logisches Ziel der Kampagne. So wie auch sein Partner und amaBhungane-Mitgründer Sam Sole. Von dem besorgten sich Zumas Anwälte sogar Mitschnitte von abgehörten Telefonaten. Belastendes konnten sie nicht präsentieren.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2020: Meinungs- und Pressefreiheit

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