Sahrauis
Die Westsahara hat Darak Abdelfatah Ubbi nie betreten: Das Gebiet, das ihr Volk für einen Staat beansprucht, liegt unzugänglich hinter dem Wüstenwall am Horizont.
Sahrauis

Ein eigener Staat bleibt das Ziel

Seit mehr als 40 Jahren lebt das kleine Volk der Sahrauis in Flüchtlingssiedlungen in Algerien. Es macht das Beste aus seiner Lage, will aber die Heimat in der Westsahara nicht aufgeben.

Darak Abdelfatah Ubbi kniet sich in den steinigen Wüstensand. Ab hier geht es nicht mehr weiter. Sieben Millionen Landminen versperren ihr den Weg. Dahinter stehen kleine Militärposten und eine Sandmauer. Auf der anderen Seite beginnt das von Marokko besetzte westliche Gebiet der Westsahara. Dort liegen fischreiche Küstenstreifen sowie Phosphat- und andere Rohstoffvorkommen. Marokkanische, europäische und andere internationale Unternehmen bauen dort die Ressourcen ab oder stellen die notwendige Infrastruktur dafür bereit.  Hinter der 26-Jährigen tut sich die trostlose Weite der östlichen Wüstengebiete auf. Es ist das „befreite Land“ – so nennt die Polisario, die Befreiungsfront der Sahrauis, diese von ihr kontrollierte Region. Darak gehört der Polisario-Jugendorganisation an. 

Die Sahrauis sind Nomadenvölker auf dem Gebiet der seit 1975 umkämpften Westsahara. Marokko hat das Gebiet besetzt, während die Polisario hier einen eigenen Staat für die Sahrauis fordert, die seit Jahrzehnten in Wüstenlagern auf algerischem Territorium leben. „Der Traum kann Wirklichkeit werden“, sagt Darak. Wut liegt in ihrer Stimme, wenn sie von dem Gebiet hinter dem Wall redet. Dabei hat sie diesen Ort ihrer Sehnsucht nie selbst gesehen. Darak ist in den sahrauischen Flüchtlingslagern aufgewachsen. Richtung Westen ist sie nie weiter als bis zur Mauer gekommen. 

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erschienen in Ausgabe 7 / 2020: Der Plan für die Zukunft?

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