Liebe Leserinnen und Leser,
Deutschland und weitere Industrieländer wie Japan und die USA haben seit 2022 mit einigen Entwicklungsländern „Partnerschaften für eine sozial gerechte Energiewende“ geschlossen – darunter mit Indonesien. Finanzhilfen von rund 20 Milliarden US-Dollar sollen das südostasiatische Land beim Umstieg von Kohle auf grüne Energie unterstützen. Seit die USA im März 2025 aus dem Projekt ausgestiegen sind, fällt Deutschland darin eine führende Rolle zu, schreibt der indonesische Umweltjournalist Nithin Coca. Er hat sich angeschaut, welche Chancen das Programm bringt, wo seine Grenzen und konzeptionellen Probleme liegen und wie Berlin es verbessern kann. Sein Artikel ist Teil unseres jüngsten Schwerpunktes über Energieversorgung und die Energiewende im globalen Süden.
Spannende Lektüre und einen guten Start in 2026 wünscht
Rückschritt bei den deutschen Rüstungsexporten: Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) rügt die Bundesregierung für ihre Neugewichtung von strategischer Rüstungsdiplomatie. Die Aufhebung des Lieferstopps gegenüber Israel hält sie für verfrüht, berichtet Marina Zapf.
Neue Geber nicht in Sicht: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz muss sparen und nächstes Jahr Tausende Stellen streichen. Die westlichen Länder haben ihre Beiträge stark reduziert, und der Versuch, neue Geldquellen zu erschließen, war wenig erfolgreich, schreibt Meret Michel.
Keine Bewertungen mehr aus dem Norden! Westliche Gremien beurteilen die Wirtschaft in Entwicklungsländern ohne genaue Kenntnisse und ohne Rücksicht auf Ziele ihrer Regierungen. Institutionen im Süden verdienen mehr Vertrauen, meint die Kenianerin Hannah Wanjie Ryder.
Vergiftetes Angebot aus Washington: Nach der Zerstörung von USAID lockt die Trump-Regierung Afrika mit neuen entwicklungspolitischen Abkommen. Die entpuppen sich bei genauerer Betrachtung allerdings als unvernünftig und unverschämt, kommentiert Tillmann Elliesen.
Anders heilen: Akkupunktur, Yoga und Ayurveda, die bei uns unter Wellness fallen, sind anderswo Heilmethoden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erkennt manche Mittel der „traditionellen Medizin“ als Ergänzung zur Schulmedizin an – warum und unter welchen Bedingungen, berichtet Barbara Erbe.
Kanonenfutter: Russland soll mindestens 17 junge Südafrikaner mit betrügerischen Versprechen ins Land gelockt und dann als Soldaten in der Ukraine eingesetzt haben. Angehörige haben Südafrikas Regierung alarmiert, und die hat Ende 2025 eine Untersuchung eingeleitet. Moskau lockt schon länger arme junge Männer, etwa aus Indien, Jemen und Kuba, ins Land und macht sie unter Druck zu Soldaten. Welche Methoden dabei angewendet werden und was den Männern im Krieg blüht, hat Bibek Bhandari am Beispiel mehrerer Nepalesen vor einem Jahr geschildert. Leider weiter lesenswert.
Doch kein leuchtendes Beispiel? Ghana gilt als afrikanisches Vorzeigeland für gute Regierungsführung. Nun findet ein US-amerikanischer Afrikawissenschaftler, dass dort Korruption nie besiegt wurde. Leider bringt er viele Quellen, aber wenig neue Einsichten, schreibt Heinrich Bergstresser.
Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit Ländern und Themen des globalen Südens beschäftigen – etwa der Infostelle Peru, der Stiftung Asienhaus und der Werkstatt Ökonomie. Auf unserer Startseite finden Sie unten den Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“, in dem wir auf neue Beiträge unserer Partner hinweisen – zurzeit zum Beispiel auf einen Bericht über Förderung für grüne Energie in Peru und auf ein Interview mit einem Queer-Aktivisten in Timor Leste. Schauen Sie doch mal rein!