Liebe Leserinnen und Leser,
im Osten Afrikas haben Millionen Menschen keinen verlässlichen Zugang zu elektrischem Strom. Aber der Ausbau geht in vielen Ländern voran – wenn auch auf unterschiedlichen Wegen, berichtet Gitonga Njeru: Kenias Strom ist, auch dank Geothermie, schon überwiegend grün, Äthiopien setzt auf Wasserkraft, Tansania und Uganda auch auf Gas und Öl. Wie das in der Region diskutiert wird, dass kleine solarbetriebene Netze wichtig sind und warum die Länder ihre Netze koordinieren sollten, schreibt Njeru in unserem Schwerpunkt zur Energiewende im Süden.
Politisch stehen viele Zeichen in Ostafrika allerdings auf Sturm – auch im lange als stabil geltenden Tansania. Dort hat die Manipulation der Wahlen im Oktober große Proteste ausgelöst, und die Regierung hat die blutig niederschlagen lassen und Berichte darüber unterbunden. Jetzt herrscht ein Klima der Angst, sagt der aus Tansania stammende Politikwissenschaftler Thabit Jacob im Interview. Er erklärt den Zustand der Opposition und sieht Konflikte in der regierenden Partei heraufziehen, möglicherweise auch in Militär und Geheimdienst. Anzeichen nicht für ein starkes, sondern für ein verwundbares Regime.
Anregende Lektüre wünscht
Die Schweiz und der Tiefseebergbau: Die USA wollen Bodenschätze am Meeresgrund abbauen, obwohl das gegen internationales Recht verstößt. Schweizer Firmen wollen daran mitverdienen, und die Regierung lässt sie gewähren, berichtet Meret Michel.
Klimaschutz nicht den Reichen anvertrauen! Dass Großinvestoren grünes Wirtschaften vorantreiben, ist eine Illusion; das hat zuletzt das Weltwirtschaftsforum gezeigt. Wer Klimaschutz will, muss gegen die absurde Vermögenskonzentration vorgehen, kommentiere ich.
Wer, wo, was? Emily May Büning ist neue Ko-Geschäftsführerin des Inkota-Netzwerks, Anica Heinlein und Carsten Montag sind neue VENRO-Vorsitzende, und der engagierte Christ und Menschenrechtsverteidiger Jochen Motte ist gestorben: Unsere Personalmeldungen im Februar.
Wie es den Zika-Kindern heute geht: Eine Virusepidemie in Brasilien galt vor zehn Jahren als harmlos, bis sie bei Schwangeren Hirnschäden des Embryos verursachte. Seitdem leben einige Tausend Kinder mit schweren Behinderungen. Sarah Fernandes schildert, wie es ihnen heute geht, und welche Hilfen die Mütter vom Staat erstritten haben.
Gastlicher als die USA: Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP soll aus New York nach Bonn umziehen. Das feiern deutsche Politiker als Vertrauensbeweis. Für die Weltorganisation ist der Umzug eher aus der Not geboren, berichtet Marina Zapf.
Wir steigern wieder das Bruttosozialprodukt: Andere Indikatoren der Wohlfahrtsmessung – etwa zu ökologischer Nachhaltigkeit, Lohnungleichheit und Bildung – hat das Wirtschaftsministerium aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2026 wieder verbannt. Erst die Ampel-Regierung hatte die dort eingeführt. Schließlich hatten führende Fachleute vor 15 Jahren im Auftrag der Regierung Frankreichs, unterstützt von Angela Merkel als Bundeskanzlerin, quasi amtlich festgehalten: Das Bruttoinlandsprodukt ist ein ganz irreführender Anzeiger von Wohlstand. Warum, kann man in meinem leider wieder aktuellen Artikel nachlesen.
Wie Sanktionen Zivilisten treffen: Der Debütspielfilm von Hasan Hadi erzählt von der neunjährigen Lamia, die im Südirak einen Kuchen zum Geburtstag des Diktators Saddam Hussein backen muss. Die Zutaten zu beschaffen, wird auch wegen der Wirtschaftssanktionen zum Abenteuer. Reinhard Kleber empfiehlt den Film, der heute anläuft.
Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit dem globalen Süden beschäftigen – etwa der Infostelle Peru, der Stiftung Asienhaus und der Werkstatt Ökonomie. Auf unserer Startseite unten im Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“ weisen wir auf neue Beiträge unserer Partner hin – zurzeit zum Beispiel darüber, wer in Peru eigentlich die „Generation Z“ ist, und über Desinformation von einem indonesischen Energiekonzern. Schauen Sie doch mal rein!