UNHCR errichtet Luftbrücke für Hilfsgüter nach Kabul

Genf / Kabul - Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat erstmals seit der Machtübernahme der Taliban im August eine Luftbrücke für humanitäre Güter in die afghanische Hauptstadt Kabul eingerichtet. Ein gechartertes Flugzeug sei am Dienstag in Dubai mit dem Ziel Kabul gestartet, bestätigte der UNHCR-Sprecher Babar Baloch dem Evangelischen Pressedienst (epd). An Bord befinden sich den Angaben nach Bodenbelage und andere Ausrüstungen, um Zelte und Unterkünfte winterfest zu machen. Insgesamt handele es sich um 33 Tonnen.

Klimakonferenz: Staaten wollen Entwaldung bis 2030 stoppen

London, Glasgow - Mehr als 100 Staaten wollen den weltweiten Waldverlust bis zum Jahr 2030 stoppen. Die Initiative sollte am Dienstag bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow vorgestellt werden, wie die britische Regierung mitteilte. Demnach repräsentieren die beteiligten Länder 85 Prozent der weltweiten Waldfläche. Insgesamt sollen 19,2 Milliarden US-Dollar (16,6 Milliarden Euro) für den Waldschutz und die Wiederaufforstung mobilisiert werden. Der britische Premierminister Boris Johnson sprach von einer „bahnbrechenden Übereinkunft“.

Hilfsorganisation zu Flüchtlingslagern in Libyen: Kaum Luft zum Atmen

Frankfurt a.M., Amsterdam - Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Zustände in libyschen Internierungslagern für Flüchtlinge angeprangert. In und um die Hauptstadt Tripolis würden Tausende Flüchtlinge und Migranten in Lagerhallen und Hangars festgehalten, sagte die „Ärzte ohne Grenzen“-Projektmanagerin für Libyen, Ellen van der Velden, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Amsterdam. In vielen Lagern gebe es keine Toiletten, keine Fenster und kaum Luft zum Atmen. Zuletzt habe sich die Situation nochmal verschlimmert.

Klimagipfel: Regierungschefs sehen Welt in bedrohlichem Zustand

Glasgow (epd) - Beim Weltklimagipfel in Glasgow haben sich Staats- und Regierungschefs zu einem verstärkten Engagement gegen die Erderwärmung bekannt. Der britische Premierminister Boris Johnson warnte eindringlich vor Tatenlosigkeit: „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Weltuntergangs-Uhr“, sagte Johnson am Montag. Nach den Worten von US-Präsident Joe Biden muss das Treffen in der schottischen Stadt ein Jahrzehnt des Ehrgeizes einläuten. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb in ihrer letzten Rede bei einem Klimagipfel für eine internationale CO2-Bepreisung.

Anti-Terroreinsatz der EU in Mosambik vor Start

Maputo (epd) - In Mosambik nimmt die militärische Trainingsmission der Europäischen Union (EUTM Mosambik) am Mittwoch die Arbeit auf. Das sagte ein Sprecher der Mission dem Evangelischen Pressedienst (epd) in der Hauptstadt Maputo. Die Mission erreiche ihre volle Stärke von 140 Ausbildern voraussichtlich im Dezember und richte sich an Mitglieder des mosambikanischen Kommandos sowie an die Seestreitkräfte. Ziel sei unter anderem die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe für den Kampf gegen den Terrorismus. Das Mandat ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Tigray-Konflikt: Abiy ruft Bevölkerung zur Mobilisierung auf

Frankfurt a.M./Addis Abeba (epd). Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed hat die Bevölkerung aufgerufen, im Konflikt mit Kämpfern aus der Region Tigray zu den Waffen zu greifen. Es sei die Verpflichtung der Bürger, die Truppen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) zu „stoppen, vernichten und zu begraben“, schrieb Ahmed laut Berichten des Senders BBC vom Montag auf Facebook. Seit einem Jahr kämpfen Truppen der Zentralregierung und der gestürzten Regionalregierung um die Macht in der nordäthiopischen Region. Der Konflikt weitete sich seither auf andere Regionen aus.

UN-Klimagipfel mit eindringlichen Appellen eröffnet

Glasgow (epd). Mit eindringlichen Appellen zum verstärkten Kampf gegen die Erderwärmung hat am Sonntag der 26. Klimagipfel der Vereinten Nationen in Glasgow begonnen. Der britische Konferenzpräsident Alok Sharma sagte zur Eröffnung, die Folgen des Klimawandels seien bereits unübersehbar. Dazu zählten Fluten, Zyklone, Brände und Rekordtemperaturen. Er mahnte zum Handeln, zeigte sich aber zugleich zuversichtlich, dass die Verhandlungen in Glasgow Fortschritte bringen können. „Wir werden gemeinsam Erfolg haben oder gemeinsam scheitern“, sagte er.

Brasilien: Zunahme der Gewalt gegen Ureinwohner während der Pandemie

Berlin/São Paulo - Die Gewalt gegen Ureinwohner und das illegale Eindringen in ihre Gebiete haben in Brasilien auch während der Corona-Pandemie zugenommen. Das zweite Regierungsjahr unter Präsident Jair Bolsonaro sei für die indigenen Völker ein „Jahr der Tragödie“ gewesen, teilte der Indianermissionsrat CIMI am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Jahresbericht 2020 mit. 182 Ureinwohner wurden im vergangenen Jahr ermordet beim Versuch, ihre Gebiete zu verteidigen. Das entspricht einem Anstieg von 63 Prozent im Vergleich zu den 113 getöteten Ureinwohnern 2019.

Massenproteste gegen Militärjunta im Sudan geplant

Frankfurt a.M./Khartum - Im Sudan nimmt der Druck auf die Militärjunta zu: Die Ärzte-Vereinigung CCSD, die Teil einer einflussreichen Gewerkschafts-Bewegung ist, rief am Freitag zu einem Massenprotest auf. Neben den geplanten Protesten am Samstag sollten Ärzte und andere Berufsgruppen überall im Land die Arbeit niederlegen. Die Demonstrationen und Streiks würden erst beendet, wenn die Ziele der Revolution erfüllt seien, teilte die CCSD mit.

Geflüchtete in Tripolis fordern sofortige Hilfe von UN und Europa

Frankfurt a.M., Tripolis - Geflüchtete in Libyen fordern sofortige Hilfe von den Vereinten Nationen, der EU und Menschenrechtsorganisationen. „Es fühlt sich an, als hätte man uns hier vergessen“, sagte Yambio David aus dem Sudan am Donnerstag auf einer virtuellen Veranstaltung der italienischen Rettungsorganisation Mediterranea Saving Humans. Er lebe wie rund 2.700 weitere Geflüchtete in improvisierten Lagern in der libyschen Hauptstadt Tripolis unter prekären Bedingungen.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!