Ein Weckruf zum Klimaschutz

Esther Gonstalla gelingt es in ihrem Buch, das komplexe Thema Klimaschutz logisch gegliedert und übersichtlich geordnet darzustellen. Dabei hält sie sich streng an wissenschaftliche Vorgaben.

Der Untertitel verspricht nicht zu viel. Das „Klimabuch in 50 Grafiken“ enthält vielleicht nicht alles, was man über den Klimawandel wissen muss, aber doch das Wichtigste. Und zwar in Form von Grafiken, die anschaulich und einprägsam komplizierte Zusammenhänge erläutern.

Das Buch beginnt mit einem Vergleich der Zusammensetzung der Erdatmosphäre vor und nach Veränderungen durch den Menschen. Ausführlich geht die Autorin auf die Rolle des Kohlendioxids (CO²) ein, dessen Anteil an der Luft wächst, was als Hauptverursacher der Erderwärmung gilt. Ein weltweiter Vergleich zeigt auf einen Blick, welche Länder die größten Klimasünder sind: die Industrieländer. Während dort aber der Trend langsam rückläufig ist, steigt der CO² Ausstoß in den Schwellenländern seit 1990 rasant an – allen voran in China, obwohl dort in letzter Zeit viel für die Entwicklung erneuerbarer Energien getan wird.

Anschaulich zeigt das Buch, dass auf der Erde alles mit allem zusammenhängt und dass wir uns in schnellem Tempo den sogenannten Kipppunkten nähern, an denen sich die negativen Effekte der Klimasünden gegenseitig hochschaukeln und dann nicht mehr zu kontrollieren sind. Grafiken zum Anteil des Verkehrs durch den weltweiten Warentransport und den Massentourismus an der Luftverschmutzung, zum Energiehunger des Internets, zur Erwärmung der Weltmeere durch Eisschmelze, zum Abtauen der Gletscher und der Permafrostgebiete, zur Verschmutzung der Ozeane mit Plastikteilchen, zum Artensterben, zur Abholzung nicht nur tropischer Wälder und vieles mehr können den Leser angesichts der Größe der Problematik ratlos zurücklassen.

Zum Glück informiert das Buch am Schluss auch über Lösungsansätze, die es überall schon gibt, die aber intensiviert werden müssen, wie zum Beispiel: Umbau der Landwirtschaft ebenso wie der Industrie zu ökologischer Produktionsweise, Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung, Energieeinsparung, kürzere Transportrouten, Verkehrswende, Abschied von der Wegwerfgesellschaft sowie verbessertes Recycling. All das kann nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen.

Schließlich mahnt die Autorin aber auch das Engagement jedes Einzelnen an. Denn, so Esther Gonstalla: „Klimaschutz beginnt zu Hause.“

Neuen Kommentar schreiben