Kindischer Klimaschutz

Das Gerücht hält sich hartnäckig, Kinder seien die besseren Menschen. Das glaubt man jetzt offenbar auch im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn, einer bislang durchaus seriösen Einrichtung.

Würden wir unsere Kinder zur Klimaschutzkonferenz in Lima schicken, hätten wir kein Klimaproblem, schreibt eine Mitarbeiterin des Instituts in einem Kommentar. Sie wünsche sich, dass die Länder „mit dem Drang zu gewinnen“ in die peruanische Hauptstadt reisen – „so wie meine Tochter begeistert losstürmt, wenn ich frage, wer die meisten Bauklötze wegräumt“.

Wie niedlich. Allerdings weit weg von der Wirklichkeit, wie ein Versuch beweist: Wir haben sechs Vorschulkinder aus aller Welt gebeten, mal ein neues Klimaschutzabkommen auszuhandeln. Mit dabei: der dreijährige Barack, die fünfjährige Angela, der vierjährige Jean-Claude, der ebenso alte Jinping aus Peking, der dreijährige Narendra aus Indien und das Nesthäkchen Mizengo aus Tansania (2 Jahre).

Ein Protokoll des Scheiterns:

Barack (grinst breit): Puuuups!

Jinping: Barack ist ein Stinker! Barack ist ein Stinker!

Jean-Claude: Was man sagt, das ist man selber….

Narendra: … sagen alle dummen Kälber!

Angela (genervt): Jungs sind so dooof.

Barack: Puuuups!

Mizengo: Ich will auch mal…

Narendra: Mamaa, Barack hat mir meine Entwicklungschancen weggenommen!

Jean-Claude: Heulsuse, Heulsuse.

Angela: Jungs sind so dooof.

Barack: Puuuups!

Mizengo: Jetzt bin ich aber mal…

Jinping: Klappe, du Baby. Komm, Barack, wir spielen allein.

Narendra: Mamaa, Li mobbt mich und Mizengo!

Jean-Claude (mit hochrotem Kopf): Puuuu…

Angela: Jungs sind so dooof.

Barack: Puuuuuuup… Aua! Daddy, Angela hat mir einen Bauklotz an den Kopf geworfen.

 

 

erschienen in Ausgabe 2 / 2015: Wohnen: Alle ab ins Hochhaus?

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