Reife Leistung

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Andreas Scheuer, enttäuscht von all den Moralaposteln.

Andreas Scheuer hat es schwer. Die Parteifreunde distanzieren sich feige, die Linke will ihn abgesetzt sehen und niemand sieht ein, dass nun einmal selbst ein bayerisch sprechender, ministrierender Senegalese nicht ins Bild passt...

Deutschland erstickt allmählich unter der politischen Korrektheit. Nun hacken ihre Wächter auf mich ein. Dabei ist einfach wahr, dass wir, zum Beispiel, Senegalesen nicht mehr loswerden, wenn sie drei Jahre hier sind, Fußball spielen und ministrieren. Nur weil ich, Andreas Scheuer, das gesagt habe, fordert jetzt die Linke, dass die CSU ihren eigenen Generalsekretär absetzt. Als wären wir die AfD statt eine bewährte Partei der politischen Mitte, in der es niemals Rassisten gibt. Und bei der AfD hat es ja auch nicht geklappt, den Höcke in Thüringen abzusägen.

Schlimm ist, dass auch Parteifreunde sich feige distanzieren – nicht der Horst, aber andere. Natürlich wegen der Kirche. Nun gut, das mit dem Ministrieren hätte ich weglassen sollen, das reizt die unnötig. Der Marx, also der Kardinal, hat gefragt, ob ich auch die Priester aus Afrika heimschicken will, wo ohne die längst die Seelsorge in vielen bayerischen Gemeinden brachläge. Doch das zeigt nur, wie wenig uns die eigene Kultur inzwischen wert ist. Die Kirche müsste den Beruf halt attraktiver machen.

Die Sozis würden so einen Senegalesen natürlich einbürgern. Das ist, was uns in Bayern so ärgert: Statt gegen Asylmissbrauch vorzugehen, schwafeln sie in Berlin von Integration. Sicher, die Sozis haben schweren Herzens zugestanden, dass wir per Gesetz von Migranten alle möglichen Anpassungsleistungen verlangen. Aber ich sage nur, was wirklich gemeint ist: Egal wie ihr euch anstrengt, bleiben sollt ihr doch nicht. Auch wenn ein Senegalese bayerisch spricht oder meinetwegen Hochdeutsch, auch wenn er Fußball spielt und von mir aus für den Schützenverein Tracht anzieht: Er passt in unserer Kultur nicht ins Bild. Sieht man doch. Er bleibt schließlich ein Schwarzer. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

erschienen in Ausgabe 10 / 2016: Welthandel: Vom Segen zur Gefahr?

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