Inder in Ostafrika

Gekommen, um zu bleiben

Manish Kalla führt eine Spirituosenfabrik und setzt sich für die Interessen indischer Unternehmer in Uganda ein.
Die Geschichte der Inder in Ostafrika ist eng mit der britischen Kolonialherrschaft verbunden In Uganda leben mehrere Tausend Inder. Sie halten die Wirtschaft am Laufen – doch richtig beliebt sind sie nicht.

Prächtig erheben sich die 15 indischen Tempel in der Altstadt von Kampala über das Häusermeer von kleinen Läden und engen, geschäftigen Gassen. Ugandas Hauptstadt ist schon seit Kolonialzeiten geprägt von indischen Einflüssen: Neben den zahlreichen Hindu-Tempeln finden sich indische Restaurants, Textilmanufakturen und Krankenhäuser. Selbst das traditionelle ugandische Fastfood, das es an jeder Straßenecke an kleinen Holzbuden zu kaufen gibt, ist indischer Herkunft: das Chapati, ein Fladenbrot.

Das Brot sei mit den ersten Indern nach Kampala gekommen, erklärt Manish Kalla, Vorsitzender der indischen Gesellschaft in Uganda. Der Interessenverband der indischstämmigen Bevölkerung zählt knapp 30.000 Mitglieder. Als die britische Kolonialmacht Ende des 19. Jahrhunderts eine Eisenbahnstrecke baute, um Kenias Hafen Mombasa für den Export von Baumwolle und Holz mit dem Inneren des Kontinents zu verbinden, holte sie indische Arbeitskräfte nach Afrika. Die meisten waren Sikhs und stammten aus der nordwestlichen Region Marwar in der Provinz Rajasthan. Viele von ihnen waren gelernte Ingenieure, hatten Erfahrung im Bau von Eisenbahnen und galten als hart arbeitende Menschen. Diese Eigenschaften wollten sich die Briten zunutze machen.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2018: Diaspora: Zu Hause in zwei Ländern

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