Rückkehrer in Gambia
Mustapha Sallah (vorn) verteilt Flyer für ein ­Konzert, bei dem Gefahren auf dem Weg nach ­Europa geschildert werden.  
Rückkehrer in Gambia

Zu Hause neu beginnen

In Gambia gilt als Vorbild, wer in Europa Geld verdient. Junge Migranten, die daran gescheitert und zurückgekehrt sind, gehen gegen dieses Ideal an.

Als ich Mustapha kennenlernte, war er so schwer geprügelt worden, dass er nicht stehen konnte“, erinnert sich sein Freund und ehemaliger Mitgefangener Jacob Ndow. „Da entschlossen wir uns, den Leuten klarzumachen, dass die Mittelmeerroute ein schlechter Weg ist.“ Mustapha hatte versucht, aus dem schmutzigen Sammellager in Libyen zu entkommen, in dem er seit vier Monaten festgehalten wurde. Dafür wurde er hart bestraft, aber er fand die Unterstützung anderer gambischer Insassen.

Gemeinsam überlegten sie, wie sie ihre schlimmen Erfahrungen in etwas Gutes wenden könnten. Für Mustapha Sallah war das der Wendepunkt. Er hatte versucht, Europa illegal auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer zu erreichen, der in Gambia „backway“ genannt wird. Die Träume des 26-Jährigen von einem besseren Leben für sich selbst und von der finanziellen Versorgung seiner Familie fanden – wie die zahlreicher Migranten – in einem libyschen Gefängnis ein jähes Ende.

...

erschienen in Ausgabe 11 / 2018: Eingebuchtet

Neuen Kommentar schreiben