Jugend gegen Tribalismus
Shiko Kihika gibt ihren Kampfgeist weiter. Ihr vierjähriger Sohn sei „schon jetzt ein kleiner Aktivist“, sagt sie stolz.
Jugend gegen Tribalismus

„Wir müssen einen Stamm namens Kenia gründen“

Shikoh Kihika glaubt an ein vereintes Kenia, in dem die ethnische Herkunft nebensächlich ist. Ihr Engagement hat sie zum Sprachrohr der Jugend gemacht. Mit ihren Eltern hingegen hat sie es sich verscherzt.

Diesmal haben wir es ihnen gezeigt, oder was meinst du?“ Shikoh Kihika sitzt in einem Matatu-Bus auf dem Weg nach Hause, als der Mann sie in seiner Sprache der Kikuyu anspricht. Am Tag zuvor hat Präsident Uhuru Kenyatta – ebenfalls ein Kikuyu – die Präsidentschaftswahlen in Kenia gewonnen. Für den Mann im Bus ein Zeichen der Überlegenheit seiner Ethnie. Kihika gibt vor, ihn nicht zu verstehen, und als sie ihn bittet, in der Landessprache Kisuaheli zu sprechen, ist er irritiert: „Was meinst du? Von welchem Stamm kommst du? Bist du Luo, Kikuyu, Kalenjin?“ „Ich bin all das zusammen“, antwortet Kihika.

Als Shikoh Kihika diese Geschichte erzählt, sitzt sie in ihrem Büro in Nakuru, von dem aus sie die Organisation Tribeless Youth anführt. Hinter ihr hängen Plakate gegen Diskriminierung, auf den Schreibtischen liegen Faltblätter gegen Polizeigewalt. Es ist ein sehr politisches Haus, neben Tribeless Youth beherbergt es auch eine kenianische Menschenrechtsorganisation.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2019: Jugend und Bildung

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