Jugend und Bildung

Heft 2 / 2019

Die Chancen auf Bildung sind im globalen Süden ungleich verteilt. Indiens staatliche Schulen zum Beispiel sind unterfinanziert; dass Privatschulen arme Kinder aufnehmen müssen, hilft da nur begrenzt. Afrikaner gehen für eine Doktorarbeit am besten ins Ausland. Doch trotz aller Hindernisse: Junge Leute wollen Wissen!
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Jugend und Bildung

Heftschwerpunkt

Viele Initiativen wollen Bildung und Ausbildung im globalen Süden voranbringen. Sie stoßen auf zahlreiche Hürden.
Stofffetzen statt Binden und immer Angst, dass sie nicht halten: Viele Mädchen im globalen Süden trauen sich nicht zur Schule, wenn sie ihre Regelblutung haben.
Bildung gilt in Kenia als Schlüssel für eine bessere Zukunft. Doch die Chancen sind ungleich verteilt – vor allem zwischen Stadt und Land.
Junge Wissenschaftler haben es in Mosambik und im Senegal schwer, ihren Doktor zu machen. Manchen eröffnet erst ein Aufenthalt im Ausland die Chance, Hochschullehrer zu werden.
Indien hat Privatschulen gesetzlich verpflichtet, ärmere Kinder aufzunehmen. Davon profitieren auch die Zöglinge der Elite – aber geht das auf Kosten der staatlichen Schulen?
Drei junge Leute aus Südafrika, Kolumbien und Deutschland über Sicherheit und Armut: Miguel Angel Velez Rua, Mmeli Madonda und Hannah Simader wollen das Leben in ihren Städten verbessern – auch das der Armen. Von den Erfahrungen ihrer Altersgenossen aus anderen Kontinenten haben sie auf einer Konferenz der Kindernothilfe in Duisburg viel gelernt.
Shikoh Kihika glaubt an ein vereintes Kenia, in dem die ethnische Herkunft nebensächlich ist. Ihr Engagement hat sie zum Sprachrohr der Jugend gemacht. Mit ihren Eltern hingegen hat sie es sich verscherzt.

Welt-Blicke

Der neue Präsident Jair Bolsonaro klopft markige Sprüche gegen Indigene und Umweltschützer. Die sehen das mit großer Sorge.
Chinas Regierung will die Uiguren im Westen des Landes auf Linie bringen – und schickt dazu Chinesen in deren Dörfer. Einige folgen widerwillig, andere glauben an ihre Erziehungsmission.
In Zukunft wird nicht die OECD, sondern China die Standards bei der Entwicklungshilfe setzen, meint Tillmann Elliesen.
Seit zwölf Jahren wird im verarmten Südosten des Landes Erdgas gefördert. Die Menschen dort haben davon nichts – auch weil sie die eine oder andere Chance verstreichen lassen.
Viele Migranten aus Bangladesch betrachten Sizilien inzwischen als ihre Heimat. Und beteiligen sich am Kampf gegen Schutzgelderpressung.

Standpunkte

Chandra Bhushan vom indischen Zentrum für Wissenschaft und Umwelt erklärt, woran der globale Waldschutz krankt.
Genug vereinbart: Humanitäre Organisationen müssen jetzt handeln, fordert Gesine Kauffmann.
Die Auswirkungen des deutschen Dieselskandals sind bis nach Südafrika zu spüren. Der Gewerkschafter Mathemba Mcoteli erklärt, wie das kommt.

Journal

Deutschland und Bolivien vereinbaren eine Partnerschaft zur Gewinnung von Lithium. Bei der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in Berlin haben die Minister beider Seiten versucht, Bedenken von Umweltschützern zu zerstreuen.
Ist der Einsatz von Fachkräften im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit noch zeitgemäß? Klar ist: Die Anforderungen haben sich verändert. Und es ist schwieriger geworden, Ausreisewillige zu finden.
Die Inklusion behinderter Menschen fristet ein Schattendasein in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, klagen Hilfsorganisationen. Im Dezember wollte das Ministerium eine Strategie vorlegen - sie fehlt bis heute.
Österreich hat seine EU-Ratspräsidentschaft mit einem Afrika-Forum in Wien beendet. Eine gleichberechtigte Partnerschaft sollte demonstriert werden - aber natürlich ging es auch ums Geld.
Über 60.000 beschnittene Mädchen und Frauen leben Schätzungen zufolge in Deutschland, weitere gut 15.000 sollen gefährdet sein. Doch Behörden, Schulen und Krankenhäuser sind für das Thema oft nicht ausreichend sensibilisiert. Ein Verein aus Düsseldorf will das ändern.
Ob geregelt oder nicht – wie auch immer der Austritt Großbritanniens aus der EU über die Bühne geht, klar ist schon jetzt: Er wird auch Folgen für die Entwicklungspolitik der Union haben. Vor allem schlechte, fürchten Fachleute.
Der Präsident der Weltbank tritt überraschend zurück, die Welthungerhilfe hat eine neue Präsidentin: Unsere Personalia im Januar.
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