Uganda
Schulmädchen im kenianischen Embu. Viele von ihnen träumen von Einmalbinden, damit sie sich während  der Menstruation unbeschwerter bewegen können.  
Uganda

Kein Tabu mehr um die Menstruation

Stofffetzen statt Binden und immer Angst, dass sie nicht halten: Viele Mädchen im globalen Süden trauen sich nicht zur Schule, wenn sie ihre Regelblutung haben.

Saudah ist 14. Sie wohnt in Bwaise, einer der ärmsten Gegenden von Ugandas Hauptstadt Kampala. Saudah trägt eine Schuluniform mit einem lilafarbenen Pikeepullover, gestreifter Krawatte und dunkelblauem Rock. Für unser Gespräch über Menstruation haben wir uns auf den Schulhof in den Schatten gesetzt. Es ist eine unangenehme Situation – für sie wie für jeden anderen Teenager auch. Vieles von dem, was sie über Monatsblutungen weiß, wird sie vermutlich für sich behalten.  Ich muss mit Bruchstücken rechnen, die durch die Wand der Geheimhaltung dringen.

Denn nach wie vor ist die monatliche Regelblutung in vielen Ländern und Gesellschaften ein Tabu und mit Scham belegt. Arme Mädchen werden außerdem oft nicht richtig über Menstruation aufgeklärt, sie haben keinen Zugang zu Binden oder Tampons, Wasser und Seife. In vielen Schulen im globalen Süden gibt es keine separaten Toiletten oder Waschgelegenheiten. Das hindert viele Mädchen daran, in dieser Zeit zum Unterricht zu gehen, wie Studien aus Südasien und Subsahara-Afrika zeigen.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2019: Jugend und Bildung

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