Tansania
Nicht alle haben Grund zur Klage: Sofia Selemani freut sich über das Wasser aus den Tanks, die der Gaskonzern in ihrem Dorf errichtet hat.
Tansania

Kein Dubai in Ostafrika

Seit zwölf Jahren wird im verarmten Südosten des Landes Erdgas gefördert. Die Menschen dort haben davon nichts – auch weil sie die eine oder andere Chance verstreichen lassen.

Die Hauptstraße vom Msimbati im Südosten von Tansania teilt das Dorf in zwei Hälften. Gesäumt wird sie von kleinen Häusern aus Lehm. Die meisten haben Grasdächer, manche sind mit Wellblech gedeckt, doch alle hätten eine Sanierung nötig. Zwei Geschäfte verkaufen Lebensmittel und Haushaltswaren. Die Ruine am Ende der Straße hat früher die Polizeistation des Dorfes beherbergt. Hier und da sind Gruppen junger Männer zu sehen, sie wirken unfreundlich und misstrauisch, verbreiten eine unbehagliche Stimmung.

Fünf Kilometer von Msimbati entfernt liegt das Erdgasfeld Mnazi Bay, aus dem seit mehr als zehn Jahren Gas gefördert wird. Der französische Öl- und Gaskonzern Maurel & Prom ist dort seit 2006 tätig, er verkauft das Gas vor allem an den staatlichen tansanischen Energieversorger Tanesco. Doch die Anwohner haben wenig von diesem Geschäft profitiert: Die Armut erhebt ihr hässliches Haupt über dem Reichtum der Natur.

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erschienen in Ausgabe 2 / 2019: Jugend und Bildung

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