Tunesien
Schwarze Gemeinden begehen in Tunis den muslimischen Feiertag Mawlid an-Nabi zu Ehren des Propheten Mohammed. Augustin Le Gall/Haytham-Rea/Laif
Tunesien

Der lange Schatten der Sklaverei

Schwarze in Tunesien werden vielfach diskriminiert – vor allem wegen ihrer Herkunft. Das neue Antirassismus­gesetz soll dem Einhalt gebieten. Kann es das?

Der tunesische Premierminister Youssef Chahed wählte feierliche Worte: „Ich habe beschlossen, in Tunesien, diesem revolutionären, freien und ehrwürdigen Land, der Rassendiskriminierung ein Ende zu bereiten“, verkündete er im vergangenen Oktober. Damals trat ein Gesetz in Kraft, das sämtliche Formen der Diskriminierung und rassistischer Übergriffe, Beleidigungen und Drohungen unter Strafe stellte. Rassistische Diskriminierung kann seitdem mit bis zu drei Jahren Gefängnis und 1000 Dinar (3000 Euro) Strafe geahndet werden.

Ausgehend von dem Verfassungsgrundsatz, nach dem alle Bürgerinnen und Bürger ohne Rücksicht auf Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder Religion gleich zu behandeln sind, soll das Gesetz insbesondere dazu beitragen, Rassismus gegenüber Schwarzen auszumerzen. Das tunesische Forum für ökonomische und soziale Rechte (FTDES) und der Verband zur Unterstützung von Minderheiten (TSM) begrüßten es als historischen Schritt und als Ergebnis eines langen, harten Kampfes zur Beseitigung von Diskriminierung.

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erschienen in Ausgabe 3 / 2019: Rassismus

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