Kolumbien
Bedrohter Alltag: Im Dorf Nueva Esparanza beschlagen Holzfäller ein Pferd.
Kolumbien

Friedensdörfer unter Druck

In humanitären Zonen im Norden von Kolumbien wollen Dorfgemeinschaften in Sicherheit leben. Doch unter dem neuen Präsidenten sind die Paramilitärs wieder auf dem Vormarsch.

Javier Velásquez nimmt den Fuß vom Gas, lenkt den schweren Geländewagen an den Straßenrand und fragt Carolina Camacho, ob er das weiße Tuch über die Motorhaube spannen soll. Die Mitarbeiterin der Interkirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CIJP) blickt kurz von ihrem Mobiltelefon auf und nickt. Der Wagen hat soeben den Ort Pavarandó passiert; von hier führt die einzige befestigte Straße in das Dorf Nueva Esperanza, eine von drei humanitären Zonen im Verwaltungsbezirk Chocó im Norden Kolumbiens, nicht weit von der Grenze zu Panama.

„Hier sind in den letzten Monaten wieder verstärkt Paramilitärs aufgetaucht“, sagt Camacho, „nicht nur, weil die Region strategisch wichtig ist, sondern auch weil die Paramilitärs und andere krimi­nelle Banden Waffen nach Kolumbien und Drogen nach Panama schmuggeln.“ Die Pädagogin mit dem hochgesteckten, schwarzen Haar ist im Juni 2018 als freiwillige Lehrerin in den Chocó gekommen, um mit den Kindern in den insgesamt drei humanitären Zonen des Verwaltungsbezirks zu arbeiten. Heute koordiniert sie als Mitarbeiterin der CIJP ein Schulprojekt der drei Zonen mit insgesamt etwa 1500 Einwohnern.

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erschienen in Ausgabe 4 / 2019: Erde aus dem Gleichgewicht

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