Taizé im Libanon
Junge Christinnen und Christen aus Europa und arabischen Ländern lesen beim Taizé-Treffen im März in Beirut gemeinsam in der Bibel.
Taizé im Libanon

Endlich mal raus aus der eigenen Blase

Ökumene und interreligiöser Dialog können anstrengend sein. Ende März hat es in Beirut funktioniert – beim ersten internationalen Jugendtreffen mit den Taizé-Brüdern im arabischen Raum

Ökumenisch und interreligiös bietet der Libanon beste Voraussetzungen. Christen und Muslime leben seit Jahrhunderten in dem kleinen Land – mal friedlich, mal weniger friedlich. Und nirgendwo sonst gibt es auf so engem Raum so viele verschiedene Kirchen. Von altorientalisch über byzantinisch und katholisch bis hin zu protestantisch ist im Libanon alles vertreten. Diese Vielfalt ist Reichtum und Bürde zugleich. Generell tun sich Kirchen, die auf ihre Tradition stolz sind, mit der Ökumene schwer. Man ist sich gern selbst genug.

Umso erstaunlicher ist, dass sich jetzt zwölf Kirchen im Libanon zusammengetan und die Jugend der Welt eingeladen haben, nach Beirut zu kommen, um mit den Brüdern der ökumenischen Klostergemeinschaft von Taizé (Frankreich) fünf Tage lang zu beten, zu singen und sich über den Glauben auszutauschen. Die Idee dazu kam nicht aus einer der Kirchen. Vielmehr waren es junge Leute aus verschiedenen Kirchen, die ihre Oberhäupter zu diesem Treffen gedrängt hatten. Und je mehr Patriarchen grünes Licht gaben, desto weniger konnten sich die Skeptiker ausklinken.

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erschienen in Ausgabe 6 / 2019: Arznei und Geschäft

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