Konfliktrohstoffe
Konfliktrohstoffe

Das schwächste Glied in der Blockchain

Immer wenn es darum geht, Betrug, Diebstahl und Korruption zu verhindern, wird neuerdings die Blockchain angepriesen – jetzt auch, um den Handel mit Rohstoffen aus Konfliktgebieten zu kontrollieren. Das Beispiel zeigt aber, dass die Technologie nur unter einer Voraussetzung nützlich ist, die sie selbst nicht schaffen kann.

Scheinbar gibt es kein Problem, das sich nicht mit Blockchain lösen ließe: Unternehmen und Behörden sollen mit Hilfe der Technologie transparenter und effizienter werden. Im Warenhandel, bei dem oft viele Parteien involviert sind und Waren mehrfach verkauft werden, wird die Technologie gefeiert, weil mit ihr Transaktionskosten gesenkt werden könnten. In der Verwaltung von Grund und Boden soll Blockchain Betrug und Doppelbesitz verhindern. Und jetzt heißt es, die Technologie könne der Verbreitung von Konfliktmineralien einen Riegel vorschieben.

Blockchain arbeitet mit einer sogenannten verteilten Buchführung (distributed ledger): Informationen werden nicht nur von einem, sondern von mehreren Benutzern verwaltet. Keiner kann einen Datensatz ändern oder löschen, ohne dass eine Akte mit der vorherigen Version der Daten in der Datenbank gespeichert wird. So entstehen dauerhafte und sichere Aufzeichnungen, die nicht manipuliert werden können.

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erschienen in Ausgabe 7 / 2019: Multilaterale Politik: Zank auf der Weltbühne

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