Assam
In Kolkata, der Hauptstadt des ­indischen Bundesstaates West­bengalen, protestieren im September Demonstranten gegen das geplante nationale Bürgerregister.    
Assam

Staatenlos im Heimatland

Im indischen Bundesstaat Assam müssen zwei Millionen Menschen um ihre Staatsbürgerschaft bangen. Indiens Regierung begrüßt das – für sie gehört Indien den Hindus.

Wie ein umgedrehtes Ypsilon geformt, liegt der indische Bundesstaat Assam eingekeilt im bergigen Nordosten des Landes. Seit jeher ist die Region berühmt für ihre üppigen Wildparks und die an Hängen gelegenen Teeplantagen. Doch in den vergangenen Jahren war Assam vor allem wegen eines ganz anderen Projekts in den Schlagzeilen: der umstrittenen Volkszählung mit dem Ziel, vermeintliche Nichtbürger auszuweisen.

Ziel des Projekts war die Erstellung eines nationalen Bürgerregisters (National Register of Citizens, NRC). Um sich für einen Eintrag zu qualifizieren und damit als Bürger betrachtet zu werden, mussten alle Einwohner Assams nachweisen, dass sie oder ihre Familie bereits vor 1971 in Indien gelebt hatten. 1971 ist das Jahr der Unabhängigkeit Bangladeschs; in deren Vorfeld flohen viele vor den Kämpfen, die mit der Loslösung von Pakistan verbunden waren.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2019: Aufbruch am Horn von Afrika

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