WHO verlangt Zugang für Afrikaner zu Corona-Impfstoff

Genf/Brazzaville - Die Weltgesundheitsorganisation hat den fairen Zugang der Afrikaner zu einem möglichen Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19 gefordert. Die Länder des Kontinents hätten in der Vergangenheit bei der Verteilung von Impfstoffen zu oft am Ende der Schlange gestanden, sagte Richard Mihigo, Abteilungsleiter beim WHO-Regionalbüro für Afrika, am Donnerstag in Brazzaville.

Mihigo führte in einer Videokonferenz aus, dass Afrika in einem ersten Schritt mehr als 200 Millionen Impfdosen erhalten solle. Damit könnten ältere Menschen, das Gesundheitspersonal und weitere Risikogruppen einen Schutz vor Covid-19 erhalten. Alle Länder Afrikas hätten bei der Impfstoffinitiative Covax der WHO ihr Interesse angemeldet. Covax koordiniert die Entwicklung möglicher Impfstoffe und zielt auf die Bereitstellung von rund zwei Milliarden Dosen weltweit bis Ende 2021. Davon sollen auch die Einwohner in armen Ländern profitieren.

Mehr als 170 Staaten und verschiedene Organisation haben sich Covax angeschlossen. Davon können laut WHO 80 Staaten die Impfung ihrer Bevölkerung selbst finanzieren. Die USA halten sich von der Initiative fern. US-Präsident Donald Trump hatte den Austritt seines Landes aus der WHO eingeleitet. Derzeit sind laut der WHO neun verschiedene Kandidaten für einen Impfstoff gegen Covid-19 in einem fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung. Neun weitere würden evaluiert.

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