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Der größte Teil des Mülls wird weder recycelt noch sicher entsorgt. Stattdessen landet Plastik auf Deponien, in Böden, in Flüssen und schließlich in den Meeren. Dort zerfällt es über sehr lange Zeiträume in immer kleinere Partikel, ohne jemals vollständig zu verschwinden. Die Folge: Mikroplastik findet sich heute in Fischen, Trinkwasser, Ackerböden, Gletschern – und im menschlichen Körper. Die globale Plastikkrise ist längst keine abstrakte Umweltfrage mehr. Sie ist eine soziale, politische und gesundheitliche Herausforderung von weltweiter Dimension, die uns alle betrifft.
Besonders sichtbar werden die Folgen in Südostasien. Flüsse wie der Mekong, der Pasig oder der Citarum transportieren jedes Jahr enorme Mengen Plastikmüll ins Meer. Taifune, Überschwemmungen und andere Extremwetterereignisse tragen weiteren Müll aus Städten, Deponien und Industriegebieten in die Umwelt. In vielen Regionen fehlt es an funktionierenden Entsorgungs- und Recyclingsystemen. Gleichzeitig steigt der Konsum von Plastikprodukten an – oft in Form von billigem Einwegplastik. Straßenstände, Lieferdienste und Supermärkte verkaufen ihre Ware vielerorts in Verpackungen, die nach kurzer Nutzung zu Abfall werden.
Doch die Ursachen der Krise liegen nicht allein in Südostasien. Einen erheblicher Teil des weltweiten Plastikmülls exportieren Ländern des globalen Nordens. Staaten wie Malaysia, Indonesien, Thailand oder Vietnam wurden in den vergangenen Jahren zu zentralen Zielorten internationaler Müllströme. Was in Europa oder Nordamerika als Recycling deklariert wird, endet nicht selten andernorts auf offenen Müllhalden, in informellen Sortieranlagen oder wird unter gefährlichen Bedingungen verbrannt.

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